210
Dritter Abschnitt.
Dritten Sohn, ihm damals einen Fehdebrief zugesandt habe. Ohnehin, sagteder Herzog, habe er denen von Schwicheldt die befraglichen Burgen nicht inPfandsehafc gegeben. Sie mögten sich an diejenigen halten, von welchen ihnendie Hanser eingethan waren. Er hatte mit ihnen deshalb nichts zu schaffen,und suche nur das ihm einst abgenommene Eigenthum wieder, wo er solchesfinde. Der Churfürst von Brandenburg vermogte also nicht zu helfen. Mittler-weile hatte der Kaiser Carl der Fünfte einen Reichstag im September 15^7nach Augsburg zufammenberufen, auf welchem fast alle Fürsten Deutschlandserschienen. Claus von Rottorp wandte sich hier an den Churfürsten Friedrichvon der Pfalz, und bat denselben, sich der von dem Herzoge Verfolgten beidem Kaiser anzunehmen, und sie zur Wiedereinsetzung in ihre Besitzungen zuverhelfen. Um dem Ansuchen desto mehr Eingang zu verschaffen, war beilausigbemerkt, daß diese Verfolgten sämmtlich wohlversuchte Kriegshelden waren,die füglich im Stande waren, gegen 1000 Pferde und Knechte zur Hülfe zuführen. Gleichermaaßen wandte er sich an den Churfürsten von Coln und denGrafen von Nassau; jedoch alles ohne Erfolg. Um nichts unversucht zu lassen,giengen Heinrich Schacht und Moritz Freist, welche in Augsburg personlichgegenwärtig waren, an den Kaiser unmittelbar, baten um Kaiserliches sicheresGeleite für die Bedrängten, und um Gestattung der Rechtsausführung wegenRestitution ihrer Güter. Der Herzog widersetzte sich mit allen Kräften. Erstellte bei dem Kaiser vor, daß jene gar keines Geleites würdig wären, undtrug vielmehr darauf an, daß vorgebuchte beiden Vermittler sammt allen ihrenFreunden, für welche sie sich verwendeten, vorzüglich auch Bernhard von Mileund Brun von Bothmer als Rebellen und Reichsfeinde in die Acht erklärtwerden mogten.
Christoph, Edler von Warberg, Christoph von Steinbcrg und Conrad vonSchwicheldt, Ludwigs Sohn, bemüheten sich, schriftlich die Beschuldigungendes Herzogs gegen sie und ihre Freunde zu entkräften; und, obgleich man