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Versuch einer Geschlechts-Geschichte des reichsgräflichen Hauses von Schwicheldt : aus theils bereits gedruckten, theils ungedruckten Urkunden
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Das ältere Hildesheimsche Haus. ihi

würde folgen müssen, daß Gertrud die Worte von Dorstadt gebraucht habe,nicht um das Kloster anzuzeigen, allwo sie Äbtissin gewesen, sondern um dieFamilie zu bezeichnen, aus welcher sie abstammte. Dann bleibt aber immerunausgemacht, an welchem Orte sie Äbtissin gewesen war. Der Mangel desOriginals der Urkunde hat diesen Umstand im Dunkel lassen müssen, welchessonst sehr leicht durch Ansicht des gebrauchten Siegels aufzuhellen gestan-den hatte.

Als Bevollmächtigter des Herzogs Friedrich von Braunschweig, HerzogsWilhelm Sohns, schloß Conrad sen. einen Subsidientractat (Nro. 171.) imJahre 1^5^ mit der Stadt Münster auf 170 bis 200 Pferde dahin ab, daßdie gedachte Stadt dem Herzoge für diese Hülfe sogleich 700 Rfl., nachbeendigter Fehde aber noch 1000 Rfl. zahlen, und allen etwaigen Schadenersetzen solle. Dieser Feldzug, der durch die streitige Bischofswahl veranlaßtwurde, wo das Domcapittel zu Münster den Bischof Walram von Mörs, dieStadt aber den Domprobst Erich, Grafen von Hoya, zum Bischof habenwollte, hatte für den Herzog Friedrich von Brauschweig die unglückliche Folge,daß er im Jahre 1^55 bei Varlar gefangen genommen wurde, und sich mir8000 fl. aus der Gefangenschaft lösen mußte, worüber er Hernachmals desSchadensersatzes halber mit der Stadt Münster in große Weitläufigkeitengerieth, die erst im Jahre 1^65 durch Vergleich beseitiget sind. *)

In jenem Münsterschen Kriege ist Conrad sen. von Schwicheldt sehrwahrscheinlich mit zu Felde gezogen. Denn um Ostern 1A55 schloß er mitHennig von Niendorpp ein Bündniß (Nro. 172.) ab, vermöge dessen derLetztere versprach, jenen und dessen Angehörigen sowohl in als außer Fehde

') Braunschw. Anzeigen vom Jahre »7>tS. xsg. Ut-tS.