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Versuch einer Geschlechts-Geschichte des reichsgräflichen Hauses von Schwicheldt : aus theils bereits gedruckten, theils ungedruckten Urkunden
Entstehung
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Dritter Abschnitt.

die desfallsige Urkunde sub Nro. 127. vollständiger geliefert, als sie bislangim Druck erschienen ist.

Ostern 1125 entsagte die Wittwe Bernhards Edeln von Dorstadt, Ilse,geborne Edle von Schaumburg ihrem Leibgedinge an sieben Hufen Landes undan dem halben Zehnten zu Levede zu Gunsten Brands und seines BrudersConrad sen. Diese Entsagung geschah auch gerichtlich und eidlich, inzwischenist es merkwürdig, daß die desfallsige Urkunde (Nro. 128.) nicht blos vondem Gericht haltenden Voigte, sondern auch von der Wittwe selbst und vondem Bischöfe Magnus von Hildesheim, der persönlich im Gerichte mit gegen-wärtig gewesen war, ausgestellt ist. Wahrscheinlich eine Folge des Standesder Witwe.

Im folgenden Jahre 1126 streckten er und sein Bruder Conrad sen.330 fl. ihrem Bruder Conrad ftrn. und ihrem Vetter Heinrich vor, wofürLetztere ihnen, unter Consens des Bischofs Magnus von Hildesheim, ihrenAntheil an dem Zehnten zu kleinen Hera, an dem halben Zehnten, 6 HufenLandes, Schafereipacht, 9 Malter Rocken, 9 Malter Hafer, l'/l Mark Geldesund 12 Hühner zu großen Seelde, nicht weniger ihren Antheil an den DörfernWest- und Mittelheringen auf Wiederkauf abtraten.

Die Macht und der Reichthum derer von Schwicheldt in diesem Zeit-abschnitts waren übrigens schon lange von ihren Nachbaren mit neidischenAugen angesehen worden. Wohl mögen sie auch bisweilen, auf ihre Kraftsich verlassend, bei ihren rechtmäßigen, oftmals vielleicht auch nur vermeintlichenAnsprüchen nicht viel Federlesens gemacht, sondern vielmehr sogleich mit demSchwerdte zugeschlagen haben. Brand und Conrad sen. von Schwicheldtwaren damals die reichsten ihres Geschlechts, und ihre ausgedehnten Besitzungengaben vielseitige Berührungspuncte mit den benachbarten Fürsten und Städten.