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Versuch einer Geschlechts-Geschichte des reichsgräflichen Hauses von Schwicheldt : aus theils bereits gedruckten, theils ungedruckten Urkunden
Entstehung
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Zweiter Abschnitt.

ohngeachtet hatten die Belagerer die wahrend der Fehde auf dem Petersilienbergevor der Harzburg erbauete Sturborg so lange mit Söldnern besetzt erhalten,bis der Schnee sie davon vertrieben habe. Im Frühjahre 1H12 wären dieVerbündeten mit noch größerer Heereskraft herangerückt, hätten noch eine andereBurg, Namens Altona, erbanet, und von dieser sowohl, als von jener Sturborgdermaaßen die Harzburg beschossen, daß die von Schwicheldt ihre Burg über-geben, und anderweit die Erbauung einer Capelle angeloben müssen, woraufdenn die Harzburg gänzlich abgebrochen sey.

So erzählen die Chroniken. Vergleicht man inzwischen die vorhandenenUrkunden mit dieser Erzählung, so erheben sich bedenkliche Zweifel, und esgeht so viel mit Gewißheit hervor, daß die Zerstörung erst ein Jahr später,nemlich im Jahre 1H13, eingetreten sey.

Zieht man die vorliegenden Urkunden und die darin befindlichen Umständein Erwägung: so scheint Folgendes der eigentliche Faden der Geschichte zu seyn.Herzog Otto der Einäugige wollte die Besitzungen, welche sein Vater veräußert,wiederum mit seinem Furstenthume vereinigen. Hierunter war die Harzburg.So lange Ritter Hans von Schwicheldt lebte, wollte er sich nicht an denselbenmit gewaffneter Hand wagen. Nach dessen Tode forderte er dessen Söhnezur Herausgabe auf. Diese suchten die Anforderung durch die Belehnungvon Seiten des Grafen Heinrich von Werningerode zu vereiteln. Von Zeitdieser Belehnung anno 1H07 bis zum Jahre ihn waren diese Brüder imBündnisse mit den Herzögen Bernhard und Heinrich, welche ihnen Schutzgegen ihre Feinde während solcher Jahre zugesagt hatten. Im Gefühle nichthinreichende? Kraft gegen so mächtige Bundsgenossen wagte es Herzog Ottonicht, die Gebrüder von Schwicheldt anzugreifen. Mittlerweile suchte er abersich durch Bündnisse, und namentlich im Jahre 1H11 mit der Stadt Goslar,zu stärken. Im folgenden Jahre 1H12 zog er den Erzbischof Günther von