Die sogenannte Meklenburgsche Linie.
81
hatte damals noch zu viel Gewicht, und kannte kein anderes Gegenmittel, alsdie Kraft einer noch größeren Starke, und deshalb nahm man seine Zufluchtzu einer Menge tapferer, machtiger Bürger.
Aus gleicher Ursache wurden hausig Bündnisse geschlossen, wozu mansonst vergeblich den Grund suchen würde. Ein Beispiel dieser Art ist folgendes.
Der Graf von der Lippe hatte im Jahre tUlOtl den Herzog Heinrich vonBraunschweig-Lüneburg auf offener freier Kaiserlicher Heerstraße unabgesagtüberfallen und gefangen genommen. Der Graf von Eberstein hatte die Thäterbehauset. Beide Grafen wurden deshalb in die Acht und Oberacht erklart,trotzten jedoch dieser Achtserklärung, auf ihre Burgen und AnHanger sichverlassend. Die Herzöge Bernhard und Heinrich von Braunschweig-Lüneburgbeschlossen, durch Krieg diese Schmach und Unbilde zu rächen. Schon hattensie sich im Jahre 1g06 mit Personen von der Ritterschaft °) verbunden,um ihre Absicht auszuführen, als sie unerwartet im Anfange des Jahrs ig07in Streitigkeiten mit denen von Schwicheldt verwickelt wurden. Es kam hierzur offenen Fehde, und die von Schwicheldt hatten bereits durch Kriegsglückden Herzögen verschiedene Besitzungen ohnweic Hessen weggenommen. Bei dembeabsichtigten Feldzuge gegen die Grafen von Eberstein und von der Lippekonnte es den Herzögen nicht gleichgültig seyn, Feinde, und vorzüglich somachtige Feinde, zu Hause und im Rücken zu haben. Den Weg des Kampfesgegen die von Schwicheldt verlassend, verglichen sie sich daher mit diesenLetzteren dahin, (Nro. 96.) daß sie ihre Streitigkeiten dem Ausspruche desRitters Busse von der Asseburg, des Burchardt von Bartensleben, Brüningvon Alten, Thedel von Wallmoden und Hennig von Reden unterwerfen wollten.An dieses Compromiß über die eigenen Streitigkeiten wurde aber nun auchdas Bündniß geknüpft, daß der Ritter Heinrich von Schwicheldt und seine
') Koch pragmat. Geschichte xaZ. s/Z.
11