Ael teste Kunde der Familie 73
Familie sey, von welchem man eine sichere Abstammungslinie seiner Descen-denten vorzulegen im Stande ist. Wie sein Vater oder seine Mutter geheißenhabe, ist bislang noch nicht zu erforschen gewesen, weil sich keine Urkundejener Zeit bis jetzt hat auffinden lassen, worin eine Angabe der Art anzutreffenwäre. Verschiedene Geschichtsforscher, als Heineccius und Behrens, sowie auch gelehrte kundige Diener des Hauses, als Tennemann, Giesemannund Kirchner, welche sich mit der Aufstellung eines Stammbaums dieserFamilie beschäftiget haben, geben dem Vater des Ritters den Namen Johann.Bei näherer Prüfung ihrer angegebenen Quellen hat sich jedoch ergeben, daßderjenige, welchen sie als Vater bezeichnen, ein und dieselbe Person mitdemjenigen ist, den sie für den Sohn desselben ausgeben. Sie haben sichdurch die irrrige Einbildung verführen lassen, daß sie geglaubt haben, derje-nige, welcher im Jahre 1335 und 1360 als Knappe in den Urkunden erschienensey, könne um so weniger mit dem anno lä06 verstorbenen Ritter Hans eineund dieselbe Person seyn, als dieser Letzte nach Angabe der Chroniken erstanno 1388 durch die Beiwohnung der Schlacht bei Winsen die Ritterwürdeerlangt habe, und doch Urkunden früherer Zeit schon einen würklichen RitterHans von Schwicheldt nachwiesen. Anschein hatte dieß allerdings. Dennwäre das Factum wahr, daß der Ritter Hans erst durch die Schlacht beiWinsen die Nitterwürde erlangt hatte, dann ließe sich nichts dagegen einwenden.Vom Knappen zum Ritter war die Stufenleiter, wie vom Gesellen zumMeister. So wie es heut zu Tage viele Gesellen giebt, die niemals Meisterwerden wollen oder können, eben so gab es in der Vorzeit viele Knappen,die niemals Ritter wurden, ohne daß dieß ein Makel ihrer Ehre gewesen wäre.Zur Erlangung der Ritterwürde gehörte nicht der bloße Wille allein, sondernauch die erforderliche Gelegenheit. Auf ein hohes Beispiel ist oben zum Jahre1395 aufmerksam gemacht, wo der Herzog Bernhard noch nicht mit der Ritter-würde bekleidet war, obgleich sie seinen jüngern Bruder Heinrich schon zierte,
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