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Versuch einer Geschlechts-Geschichte des reichsgräflichen Hauses von Schwicheldt : aus theils bereits gedruckten, theils ungedruckten Urkunden
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Aesteste Kunde der Familie.

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auffinden lassen wellen, inzwischen muß er sein ruhmvolles thaliges Leben aufeinige 80 Jahre gebracht haben, indem wir ihn schon anno 1335 in derGesellschaft seiner Brüder als Knappen angetroffen, er also damals wahr-scheinlich 10 bis 15 Jahre wenigstens alt gewesen seyn wird.

Die verschiedenen Lagen seines Lebens, in welchen er nach den bisherangeführten Urkunden angetroffen ist, liefern den Beweis, daß er äußerstthatig, tapfer und klug, auch in Behandlung der Geschäfte sehr gewandtgewesen seyn müsse. Bald erscheint er als Ritter auf dem Schlachtfelds, vondem ihn selbst sein hohes Alter nicht entfernt halten konnte, indem er sonst anno13Y3 in dem Treffen bei Beinum nebst seinem ältesten Sohne nicht in Gefan-genschaft gerathen seyn würde. Bald erscheint er als Richter in der bekanntenKaiserlichen Subdelcgations-Sache wegen der Streitigkeiten der Stadt Goslarmit den Benachbarten vom Adel und anderen Personen. Noch öfterer erblicktman ihn als einen für das Emporkommen und den Glanz seiner Familiethätigst besorgten Vater, indem er die bedeutendsten Besitzungen und die Erb-marschallswürde des Stifts Hildesheim an sein Haus gebracht hat. Durchseine rastlose Thätigkeit hat er in jener Zeit so viel Güter für seine Nachkommenerworben, daß trotz der im Laufe trüber Zeiten vielen Unfälle, welchen seineDescendenten vielfältig ausgesetzt gewesen sind, sie dennoch, auf den Besitzder Ueberbleibsel seiner Erwerbungen gestützt, selbst heutiges Tages zu densehr Begüterten gezählt werden können.

Obgleich die von Schwicheldc von manchen Chronikenschreibern jener Zeitzu den eigentlichen Ruhestörern und sogenannten Buschrittern gezählt werden:so hat sich dieß doch aus glaubwürdigen gleichzeitigen Urkunden keineswegsbewährt. Unser Ritter hatte gewiß so viel mit der Administration seinereigenen Besitzungen zu schaffen, daß es gar nicht wahrscheinlich erscheinenkann, als hätte er sich zu den eigentlichen Wegelagern abmüssigen können.