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Versuch einer Geschlechts-Geschichte des reichsgräflichen Hauses von Schwicheldt : aus theils bereits gedruckten, theils ungedruckten Urkunden
Entstehung
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Erster Abschnitt.

Der Herzog mußte nach solchen Vorgangen fürchten, daß die Grafen vonWerningerode und der Bischof von Hildesheim über kurz oder lang ihreGelegenheit wahrnehmen und die Harzbnrg zu einer ihm ungelegenen Zeitüberfallen würden. In Feindes Hand verlor er an der Burg einen zu großenStützpunkt. Gab er sie dem von Schwicheldt als Lehn, so blieb ihm dasObereigcnthum und der Nutzen im Fall der Noth. Die Last der Unterhaltungund unmittelbaren Vertheidigung war von seinen Schultern, und, was nochwichtiger war, er erhielt einen machtigen Freund und Bundesgenossen durchdiese Lehnsverbindung. Der Herzog, der fast nie ruhig sitzen mogte, konnteeinen solchen Freund, als Hans von Schwicheldt, nie zu theuer kaufen; undauf obige Weise erhielt er ihn eigentlich sehr wohlfeil.

Im Jahre 1377 erscheint Hans von Schwichelt nicht mehr als Knappe,sondern als Ritter. Wann er solches geworden, und bei welcher Gelegenheit,ist nicht bekannt. Im gedachten Jahre war er Voigt, des Bischofs

Gerhard von Hildesheim, und hatte als solcher in diesem und den folgendenJahren mehrere Steuern an Gelde und Korn für den Bischof von den Guts--leuten des Domcapittels in Hildesheim zu Algermissen, Lühnde, Ummeln,Machtersen und andern Orten beigetrieben, welche Epactionen der Bischof sichschon seit 1367 wegen des Braunschweigschen Krieges angemaaßt hatte, undnach Steuerwald gebracht waren. Auf des Domcapittels desfallsige Beschwerdehat Pabst Gregor der Eilfce die Dompröbste zu Magdeburg, Minden undVerden zu Conservatoren des Domcapittels in Hildesheim angeordnet. ProbstHerrmann zu Magdeburg übertrug inzwischen die Entscheidung der Sachedem Probst Werner zu Hamburg, und dieser erkannte am 13. October 1380unter Androhung des Bannes gegen den Bischof, daß er alle Exactionendem Domcapittel erstatten sollte. Dieß hatte denn zur Folge, daß der Bischofsich mit dem Capittel verglich, und in der Urkunde vom Jahre 1381 (Nro. ^5.)die Termine der Erstattung festgesetzt wurden.