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Versuch einer Geschlechts-Geschichte des reichsgräflichen Hauses von Schwicheldt : aus theils bereits gedruckten, theils ungedruckten Urkunden
Entstehung
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Erster Abschnitt.

zu bringen stehen. Man ersieht daraus, daß er an Eberhard Küken 12 löthigeMark Braunschw. Wahrung geliehen, und dafür einen Hof nebst anderthalbHufen Landes zu Bolzum in antichretische Nutznießung erhalten hatte. Dießist aber auch alles, was bislang von ihm hat aufgefunden werden können.

§. 16.

Die erste Urkunde, worin vorgedachter Johann, oder gewöhnlich Hansvon Schwicheldt, allein handelnd vorkömmt, ist vom Jahre 1360 (Nro. ^0.),nach welcher er an den Altar der Capelle der heiligen Anna und LandgrasinElisabeth in der Stiftskirche des heiligen Kreutzes zu Hildesheim eine jahrlicheRente von 8 Schilling aus einem Hofe zu Hederekesen geschenkt hat, weilseine Gemahlin Hilleburgks in selbiger beerdiget worden. Dieß war seine ersteGemahlin, aus welcher Familie sie aber herstammte, ist nicht mit Sicherheitauf die Nachwelt gekommen, wenigstens bislang noch nicht wieder aufge-funden worden.

Im Jahre 1370 erwarb er sich die Harzburg, wie man erzählt, auf einesehr wohlfeile Art, welche Erwerbung jedoch seine Söhne nach seinem Todein sehr nachtheilige Handel verwickelte, und sie um alle ihre Besitzungen hattebringen können. Die Geschichtschreiber erzählen den Vorfall auf folgende Art.

Herzog Otto der Quade von Braunschwekg-Lüneburg, Göttingenscher Linke,hatte einen Streifzug in die Altmark gemacht, und kam mit einem großenHaufen Vieh zurück. Er war genöthigt in einem Dorfe ohnwekt der Liebenburg,Nachtquartier zu nehmen. Hans von Schwicheldt, der damals auf der Liebenburg,wahrscheinlich als bischöflicher Voigt, (indem er es noch nicht in Pfandbesitzhatte, vielmehr dieß, wie sich unten zeigen wird, erst spater seinen Anfangnahm) sich aufhielt, ersuchte den Herzog, statt einer Bauerhütte im Dorfe,das Schloß zum Nachtquartier zu wählen, und eine Martinsgans bei ihmverzehren zu helfen. Nach einiger Weigerung nahm der Herzog die Einladung