Druckschrift 
Versuch einer Geschlechts-Geschichte des reichsgräflichen Hauses von Schwicheldt : aus theils bereits gedruckten, theils ungedruckten Urkunden
Entstehung
Seite
14
Einzelbild herunterladen
 

Erster Abschnitt.

für die beiden verschiedenen Meinungen seyn, wovon die eine den Gebrauchbestimmter Familiennamen des Adels vor dem litten Jahrhunderte ganzlichleugnet, die andere aber sich nur darauf beschrankt, daß sie nicht früher in denUrkunden und Schriften gebraucht waren. Ein bloßer Taufnamen konnte ohn-möglich stets und in jeder Lage des Lebens ein hinreichendes Unterschcidungs«Zeichen seyn, und der Besitzer der vaterlichen Güter wird höchst wahrscheinlich denBey- oder Zunamen seines Vaters auch geführt haben, wenn gleich nicht zu leugnenist, daß die Brüder hausig den Zunamen ihres Vaters mit einem anderen, vonihre? Niederlassung hergenommenen Namen vertauscht haben.

Inzwischen müssen wir hier doch zugestehen, daß wenn jener Urkunden-schreiber auch den Familiennamen des befraglichen Arnold hinzugefügt hätte,wir dennoch über die weit interessantere Frage: ob gedachter Ludolph etwa einSohn des im h. 5. erwähnten Heinrichs gewesen, oder, in welchen Verwandt-schafts-Verhaltnissen sie unter einander gestanden haben? dadurch keinen hin-reichenden Aufschluß erlangt hätten.

Man muß daher selbst in einer solchen Bemerkung einen Grund finden,sich freudig mit demjenigen zu begnügen, was von den Anzeichnungen frühererZeit der Zernichtung entgangen ist. Sind sie zum Behufe einer ununterbrochenenzuverlässig gewiß an einander gereiheten Geschlechtsfolge nicht hinreichend,so geben sie doch reichlichen Stoff zu Vermuthungen, deren Annahme oder Ver-werfung eines jeden eigenem Urtheile anheim verstellt bleiben müssen. Eindunkles Factum ist sehr verschiedener Ansichten fähig, und es dürfte mir zu denPflichten eines Geschichtsforschers gehören, seine eigenen Bemerkungen mitzu-theilen. Nur darf er die Schranken der Wahrheit dabei nicht überschreiten,und nicht etwas als geschichtlich begründet vortragen, was er nur selbst nachseinen Ansichten gefolgert hat. Eine Folgerung dieser Art enthält der folgendeParagraph.