Druckschrift 
Versuch einer Geschlechts-Geschichte des reichsgräflichen Hauses von Schwicheldt : aus theils bereits gedruckten, theils ungedruckten Urkunden
Entstehung
Seite
6
Einzelbild herunterladen
 

5

Erster Abschnitt.

Schwierigkeit des Ergründens vermehrt, und endlich zu einem undurchdringlichenDunkel umgewandelt. Aus diesem Gesichtspunkte betrachtet, wird man sichhoffentlich nicht geneigt fühlen, im Allgemeinen diejenige Zeit für unnütz ver-schwendet zu erklaren, die zur Aufsuchung der Materialien für die nachfolgen-den Blatter verwandt sind. Die Neichsgraflich von Schwichsldtsche Familiebedarf zwar zur Beurkundung ihres Alters einer ausführlichen Darstellung die-ser Arc nicht. Es ist ohne dieselbe bekannt, daß die Spuren ihres Daseynsbis zu jenen früheren Zeiten reichen, wo die Führung bestimmter Familien-namen gebräuchlich wurde. Mehrere ihrer Glieder waren aber so genau in dieGeschichte ihres Vaterlandes fest verwebt, daß solche nicht unberührt gelassenwerden darf, und so dürfte diese Ausarbeitung als ein Beitrag zur letzteren an-gesehen werden können.

Die Geschichte des vormaligen Hochstifts, jetzt Fürstenthums Hildesheimbedarf annoch eines Bearbeiters, und so wird jedes Bruchstück dazu, das aufWahrheit gegründet ist, nicht unwillkommen erscheinen.

§. 2.

Die zur Ehre des heutigen Geschmacks langst veraltete Sitte, nur dasje-nige Geschlecht des deutschen Adels für ansehnlich und alt zu betrachten, wel-ches seine Voreltern in Italien unter den alten Römern nachweisen zu könnenwahnte, darf man hier vorzufinden nicht erwarten. Warum sollte denn dasEingeborne nicht eben so edel seyn, als dasjenige, was aus den wärmerenZonen Italiens herstammce? Läßt sich Vaterlandssinn, läßt sich Vaterlands-liebe erwarten und pflegen, wenn man nur dasjenige für das Erhabenste scha,Heu will, was vom Auslande uns zugebracht ist? Deutschlands rauhe Zonensind eben so reich an Helden und biedern Männern, als irgend ein anderesLand; und Deutschland muß einen edlen Nationalstolz darauf gründen, daß