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2 (1855)
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finden'*). Selbst der Johann Gans, der mit Mechtildis, einer Tochter des Gra-fen Helmold von Schwerin vermählt, und eben dadurch verwandt mit denfürstlichen Häusern Sachsen, Braunschweig und Brandenburg war**), wirdnirgends als nobilis vir bezeichnet***). Da, wo dies Prädikat seit dem 14tenJahrhunderte Mitgliedern dieses Geschlechtes gewährt wird, hat es keine an-dere Bedeutimg als die, welche wir bei der ganzen Beihenfolge der hier nam-haft gemachten Familien geltend zu machen haben. Nicht dynastischem Ur-sprünge, sondern dem Besitze von Herrschaften ist das Prädikat zuzuschreiben.

Für das 14te bis I6te Jahrhundert, ja bis auf die Gegenwart erscheintbei dieser Familie das Prädikat Edle Herren in so grosser Zahl, dass auf sperciello Beispiele hinzuweisen überflüssig wird.

Wir halten das aus der Altmark nach der Priegnitz hinübergewanderteGeschlecht nicht slavischen, sondern deutschen Ursprungs, und zwar gemein-samen Stammes mit der Familie von Gans in Thüringen, im Maiisfeldschen,im Braunschweigschen, welcher Tennstädt, Tannrode, Luiter, Gitter und an-dere Güter gehörten,- und die in der Stammlinie mit dem Bittmeister PhilippErnst von Gans 1708 erloschen istf).

VII. Die Herren v. Havelberg. Im J. 1233 werden in einer zu Güstrow aus-gestellten Urkunde in auffallender Keihenfolge erst die canonici von Güstrow, danndie Bitter v. Güstrow, dann erst Gotiinerus et Johannes frater suus, Zinntech, Jaco-bus und zwar als nobiles bezeichnet, und hieraufBobertus deBralin, Heinricus Dar-grazh u. a. m. genanntff). In einer andern Urkunde desselben Jahres stehendie nämlichen Zeugen aufgeführt; hier fällt aber die unterscheidende Bezeich-

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nuiig nobiles wegfff). Da die als Edle bezeichneten Personen Gotimer undJohann unzweifelhaft dieselben sind, die 1227 Gotiinerus et Johannes fratersuus de Havelberch genannt werden *f); so war es eine sehr scharfsinnigeVermuthung**f), in diesen Edlen Herren von Havelberg die Familie der altenWendischen Beherrscher der Priegnitz wiederzuerkennen, die durch Albrechtdes Bären Besitznahme dieses Landes aus dem früheren Umfange desselbenverdrängt worden sei und in der Gegend von Zechlin, namentliglC' zu.

*) Gevehardus, Ilenriens et Fredericus dieti de Älvensleve. Bernhnrdus de Plezecke,Otto auca de Poytlist, Henricus de Dannenberge... (Riedel 11. Ilptth. 1. 213).

*») Lisch I. c. p. 17.

***) So finden wir z. B. 1270 als Zeugen: nobilis vir eomes Guntherus de Lindow,Bertramus de Belitz, Johannes Gans noster Marscalcus (Gercken c. d. II. 4 ). Hierwird also dem Grafen von Lindow ausschliesslich das höhere Adelspriidicat zu Theil,nicht aber dem Johann Gans, was auch nach den Begriffen jener Zeit mit dem Amtedes Marschalls unvereinbar gewesen wäre; ja, er stellt sogar trotz dieses Amtes, wel-ches ihm eine hohe Stelle unter den Ministerialen anwiess, hinter dem Ritter Bertram v.Bentz, der doch dem höheren Adel sicher nicht angehörte. Als die Markgrafen Otto undAlbrccht 1275 von dem Grafen Helmold von Schwerin das Obereigenthum über die Lehneder Söhne domini Johannis dicti Gans felicis memorie abkauften, werden diese strenuimiiites dicti Gans genannt (Riedel I. Hptth. III. 345), welches das rechteigentliche Un-torscheidungs-Prädikat ist, welches dem Ritterstande im Gegensatz zu den Kdlen (nobili-bus viris) zukam.

jj Die Gans zeigt sich in ihrem Wappen zwar in sehr abweichenden Tincturcn, baldim blauen (Siebmacher I. 162), bald im grünen Felde (ibd. I. 150): aber nach Ahnen-tafeln kommt auch die gekrönte Gaus der Putlitze iin rothen Felde vor.tj-) Riedel c. d. 1. Ilptth, I. 445.ttt) ibd. I. Ilptth. I, 44ß.

# f) ibd. I. Ilptth. II. 362.

*t) ibd. 1. Hptth. II. 359.