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uns endlich zu energischen Schritten zwangen. Im Einverständnis mit derganzen Studentenschaft — nur 4 Vereine, unter ihnen der V. O. Lt., schlössensich aus — unternahmen wir den Kampf gegen den L. d, der nach mehr-jähriger Dauer im ^V. L. 1889/90 siegreich zu Ende geführt wurde. Wirsahen uns genötigt, Rektor und Senat einen einmütig gefaßten Beschlußmitzuteilen, worin wir erklärten, daß die Studentenschaft nur unter derBedingung den 3. d zu weiteren studentischen Festen zulassen würde, daßer eine schriftliche Erklärung abgäbe, „in Zukunft entgegen seinem bisherigen,bei der Studentenschaft Anstoß erregenden Benehmen, alle Pflichten zuerfüllen, wie sie ihm als einer studentischen Korporation oblägen und zwarunter vollkommen gleichen Bedingungen, wie die übrige Studentenschaft".Der damalige Rektor Pf lüg er hatte leider nicht die geringsten Kennt-nisse von den Vorfällen, die schon seit Jahren die Studentenschaft in höchsteErbitterung versetzten, noch weniger Verständnis für Versuche einen güt-lichen Ausweg zu finden, sondern stellte sich, vermutlich infolge geschickterBeeinflussung, von vornherein auf die Seite der Korps und sprach derStudentenschaft das Recht ab, eine Verbindung von ihren Festen auszu-schließen.
Da die Studentenschaft, welche sich der Zustimmung der Mehrzahlder Professoren sicher wußte, nicht nachgab und ihre Rechte bis zum äußerstenverteidigen wollte, erließ der Rektor ein Verbot für jede andere studentischeFestlichkeit außer derjenigen in der Aula — es handelte sich um den Ge-burtstag unseres Kaisers —, wo er selbst die Plätze bestimmen würde.Es fehlten nur noch die gefalteten Hände, um eine Schulstunde daraus zumachen. Die Studentenschaft blieb fern. Die Korpsstudenten saßen unterden übrigen Zuschauern und waren ziemlich vollzählig erschienen, währendsie sonst die Universitütsfeicrlichkcitcn nie mit ihrem Besuche beehren.
Die zweite Hälfte des Pflttgerschen NektoratsjahreS bot der Studenten-schaft keinen weiteren äußeren Anlaß, ihr festes Beharren in dieser Fragezu betätigen, wohl aber das Wintersemester 1890/91.
Im Frühjahr 1891 wurde der Besuch unseres Kaisers in Bonnangekündigt, und die Studentenschaft rüstete sich zu einein großen Kommers,der auch von dem derzeitigen Rektor Hü ff er bereitwilligst gestattet wurde,obwohl auch diesmal die Korps unbedingt ausgeschlossen werden sollten.Das wäre nun für Letztere etwas fatal gewesen, und die seltene Einmütigkeitder Studentenschaft hatte endlich den erwünschten Erfolg. Die durch unsvom 3. d geforderte Sühne wurde durch die beim Rektor gegebenenschriftlichen Versprechungen gegeben. Hätten freilich die Korps gewußt,wie sehr die Gnade kaiserlicher Huld auf Kosten der übrigen Studentenschaft