zur Feier der goldenen Hochzeit des Kaiserpaares kam es durch inkomment-mäßiges Benehmen einiger Finken zum Streit. Es folgte Wingolf,Bavaria, Juristcnverein, das kriechenddemütige Anhängsel des 8. E.Dann verlangten die nichtfarbcntragenden Vereine für sich je eine Stimme,was man ihnen nicht ohne weiteres zugeben wollte; so traten auch sie aus.Ein Versuch zur Neugründung wurde im folgenden Wintersemester1879/81 gemacht, führte aber zu nichts. Es ist mit diesen Bewegungen,wie mit denen in der Wissenschaft: sie sind voll Widerspruch und stehennie still. Wir werden in den nächsten Fuhren wieder darauf stoßen.Grade wo ich dies schreibe (Mitte Februar 1894) höre ich, daß derehrwürdige jetzige rsotar inu°uikiosntissiMuZ. der treffliche Kamp Hausen,den katholischen Verbindungen geraten habe, sich aufzulösen, da sie ja dochstets den Störenfried machten. Wohl gesprochen. Wenns nur hülfe!
Anders als zum Wortgefecht standen wir den Teutonen, den Fran-konen und dem 8. E. gegenüber. Mit den ersteren ging das Pauk-verhältnis bis in den Sommer 1875, ohne daß etwas Bemerkenswertesdiese Hahnenkämpfe gestört hatte. Die Teutonen waren meist Rheinländer,besonders Kölnermitden charakteristischen Namen auf —nich, —ein oder — Hein.Die Berührung beschränkte sich darauf, daß man sie etwa nachts auf demTrottoir, wo sie regelmäßig zu finden waren, oder bei Tage auf derMensur sich gegenüber sah; alles andre erledigten die Paukwarte oder dieoffizielle Korrespondenz. Ebenso wenig bekümmerte man sich oxtra oausuin,d. h. außer dem Paukverhältnis, um die Franken. Zwar hatten auchsie den Frühschoppen bei Hagemann im Mauspfad und saßen an eineinkleinen runden Tische gegen Morgen, wir an dem großen gegen Abend.Aber man ging sich durchaus nichts an und kam sich nichts vor. Es be-stand sogar ein kurzer Verruf vom Januar 1875 bis in den Sommer. Erhing, glaub ich, mit dem Wiederauftauchcn des „Grünen Weber" zu-sammen, der auf einer Mensur einen Streit veranlaßt«. Den von ihrausgesprochenen Verruf hob die Frankonia aber von selbst wieder auf.Wir entschloffen uns dann auch, die Erinnerung an den KVsten Stiftungs-tag der Burschenschaft im Sommer 1875 mit ihr gemeinsam zu begehe».Es ist die einzige Feier derart, die ich mitgemacht habe. Eine bedeutendeErinnerung knüpft sich nicht daran. Einige alte Hclvetier und Märkerfanden sich dabei ein; da konnte man diese Farben auf einem lebendigenLeibe sehen. Der damalige Sprecher der Franken — eine distinktive Er-scheinung in weißen Hosen, weißscidener Mütze, mit schwarzem Vollbartund einem Regenbogen von Bändern auf der Brust — hätte die Gelegen-heit gern nutzbar gemacht, aber wir kamen nicht entgegen. Wohl aber