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Geschichte der Burschenschaft Alemannia zu Bonn : Festgabe z. Feier des 50-jährigen Stiftungsfestes der Burschenschaft Alemannia
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Aber die Verschiedenheit der Charaktere, die sich bei allen erwähntenund bei den folgenden Semestern zeigte, hat nicht zur Trennung gefuhrt,sondern zur Einigung, es war eine Verschiedenheit, die sich anzieht undergänzt. Dafür ist der beste Beweis, das; gerade diese Semester von1871/1874 noch heute durch eine sogenannte Korrespondenz, die dritte inder Alemannia, eine regelmäßige Verbindung aufrecht erhalten, indem einjeder alljährlich in ein umlaufendes Buch einen Brief einträgt und soallen Nachricht giebt und von allen Nachricht erhält.

Damals entwickelte sich trotz der ungünstigen Kneiplokale dasKneipleben mit großer Fidelität. Schon zu Ostern 1872, also nach einemJahre, war die Kneipe bei Niedersten: auf der Sandkaul von uns auf-gegeben, nur ein halbes Jahr blieben wir dann in der Wilhelmstraße beiArenz. Kommerse konnten wir dort nicht halten, weil die Musik nichtüber 11 Uhr hinaus spielen durfte, wir feierten sie also im Sommer 1872zu Anfang und zu Ende des Semesters wieder auf dem Schänzchen, dasauch sonst gelegentlich als Exkneipe diente; an eine Rückkehr für immeraber war in jener Zeit nicht zu denken, weil Zartmann erklärt hatte dieWirtschaft überhaupt aufgeben zu wollen. Herbst 1872 siedelten wir indie alte Wirtschaft von Felder über, die dann Löllgen führte, die so-genannte Nheinlust unten an der Ecke der Josefstraße. Der Kneipraum,der eine Treppe hoch nach dem Garten lag, genügte für die wachsendeZahl, was ihm an Schönheit und Reinlichkeit abging, mußte, so viel alsmöglich, der Kneipschmuck verdecken, das Bier war gut, leicht und gesund,so fühlten wir uns trotz mancher Unbequemlichkeiten sehr wohl, es wurdeflott und gemütlich gekneipt. Für die Bierzeitung brach unter der Leitungvon Nuer wieder eine glänzende Zeit an, Dewitz, Natorp, Eschen-burg waren im Anfang eifrige Mitarbeiter und dann hervorragendeBicrzeitungsredakteure.

Damals kam auch der Spinnkomment unter uns auf, wohl durchden Einfluß der sich mehrenden Kneipgäste, von denen viele engen Anschlußan uns fanden. Vorher waren wir auf der Kneipe nur dem KneipwartGehorsam schuldig, gegen seine allzugroße Strenge bildete Berufung anden Konvent das Gegengewicht. Als einzige Regel hatte gegolten Vor-getrunkenes nachzukommen, kein Bursche hatte den Fuchs, kein älteresSemester das jüngere durch Kommando zum Trinken zwingen können.Jetzt war es umsonst, daß sich das höchste Semester bemühte der Ein-führung des Spinnkomments, diesem geistlosen Mittel unbequeme Oppositionin Bier zu ersäufen, entgegenzuwirken. Es hat doch die Neigung, nach-dem man selbst gemeistert war, andere zu meistern, den Sieg davongetragen.

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