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Geschichte der Burschenschaft Alemannia zu Bonn : Festgabe z. Feier des 50-jährigen Stiftungsfestes der Burschenschaft Alemannia
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Körperschwäche zurückgestellt waren, traten fröhlich wieder auf dein Schänzchenan und gaben durch ihr Mißgeschick Anlaß zu vielen erheiternden Couplets.So brachte der Krieg dein Leben der Burschenschaft keinen Stillstand, imGegenteil, er ließ es rascher und feuriger pulsieren. Von 58 Alemannenblieben 52 in Bonn.

Im Jahre 1870 aber kamen wir durch den Krieg in eine ganzandere Lage: Alles wollte eintreten, alles wartete nach dem 15. Juli mitUngeduld auf die Mobilmachuugsordre, und noch ehe sie gekommen war,machten wir unsere Abmeldungsbesuche bei den Professoren. Das Studiumhörte einfach auf, das Semester wurde geschlossen. Wir erwarteten denplötzlichen Vormarsch der Franzosen, die Nhcinprovinz, der Rhein warbedroht. So kam es, daß sich die Burschenschaft in wenigen Tagen auf-löste. Es wurden nicht Siege gefeiert, sie wurden miterkämpft. Nurwen ein ganz besonderer Grund hielt, wie z. B. ein nahe bevorstehendesExamen, der blieb zurück, aber auch nur für Tage oder Wochen. So gingSoltau in seinenKriegsdoktor" erst am 22. Juli, aber nachdem er ihneuin lauäs bestanden, da zog auch er Anfang August nach Frankreich undzwar als Führer einer Abteilung von 24 Mitgliedern des Bonner Sanitäts-korps. Sie kamen gerade zur rechten Zeit, am 15. August, vor Metz an,um auf dem Schlachtfelde des 14. ihre hülfreiche und aufopfernde Tätig-keit zu beginnen. Auch Gustav Osthoff schloß sich als Krankenpflegereiner Abteilung an. Beide hatten das Unglück, selbst von ansteckendenKrankheiten ergriffen zu werden, jener von den Pocken, dieser von derRuhr, aber geheilt kehrten sie zurück. Krüger, Bosch, Angenete machtenim Juli glcichfachs ihren Doktor und traten dann als stellvertretendeAssistenzärzte ein. In dieselbe Stellung kamen auch auswärtige Inaktivewie Zehn, und Lange. Alle übrigen dienten mit der Waffe, Borges,Gottschalk, Livvin, Lose, Schulte und ich bei der Infanterie, Weiheund Gustav Mendt bei der Kavallerie. Die Zahl der alten Alemannen,die mitzogen, meist als Ärzte oder Offiziere, war natürlich außerordentlichviel größer. Im Kampf gefallen ist von allen niemand, verwundet da-gegen wurden manche und mit dem eisernen Kreuze sind viele geschmücktworden. Das Kriegsglück war uns merkwürdig hold. Nur einen einzigen,aber um so schmerzlicheren Verlust hatte die Alemannia zu beklagen: Amll. November 1870 erlag, wie schon erwähnt, Borges im Lazarett vonKreuznach dem Typhus.

Ich selbst habe während des Krieges manchen der Bundesbrüdcr zu-fällig getroffen. Mit Kttnzel, Reserve-Offizier im 15. Regiment, konnteich in Metz wenige Tage nach der Übergabe der Festung bei einer guten