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Geschichte der Burschenschaft Alemannia zu Bonn : Festgabe z. Feier des 50-jährigen Stiftungsfestes der Burschenschaft Alemannia
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Jugend es gesehen. Und doch darf des Lebens Ernst nicht die Vor-herrschaft gewinnen, wenn die Geschichte der Burschenschast geschriebenwerden soll. Denn diese hat nicht der Philister gemacht, der Burschemacht sie. Wer sie erzählen will, muß im Herzen die Erinnerung lebendigtragen, muß fühlen können mit der Jugend, damit er ihr Denken undHandeln nicht durch späteres Urteil entstellt und verdunkelt. Das ist nach25 Jahren auch bei gutem Willen nicht so leicht. Wenn daher diefolgenden Aufzeichnungen nicht überall der Erwartung entsprechen, wennvon den Jungen nicht alle Ansichten des alten Hauses geteilt werden undvon manch einem der Alten etwas vermißt wird, was der Überlieferungwert war, so möge man bedenken, daß die Geschichte jener Jahre längsthätte geschrieben werden sollen und daß der jetzige Schreiber es nur des-wegen übernommen hat, weil es einem jüngeren wohl noch schwerer ge-worden wäre, es zum Ziele zu führen.

Acht Semester habe ich in Bonn verlebt, zweimal bin ich zum Studiuman die liebgewordene Stätte zurückgekehrt, zuerst nach dem Kriege imSommer 1871, das zweite Mal nach einem dreisemestrigen Aufenthalte inLeipzig. So kenne ich nicht nur vom Sommer 1869 bis zum Sommer 1875alle Alemannen, sondern mit wenigen Ausnahmen auch alle vom Fuchs-semester 1866 an und noch viele aus früherer Zeit, die in hohen Semesternins Examen gingen, als ich Fuchs und Jungbursche war.

Das Ende der 60er Jahre stand unter dem Einflüsse dieser alten Leuteund der Konfuchsia des Sommers 1866, die 23 gezählt hatte, bis insvierte Semester noch mit zwölf Mann aktiv war und sogar im fünftenSemester noch zwei, im sechsten einen Aktiven stellte. Diese zwölf, fünfWestfalen, fünf Hamburger und zwei aus der Provinz Preußen, so ver-schieden sie nach Heimat, Studium und Charakter waren, sie ergänzten sichgegenseitig und bildeten einen guten Stamm, der in sich fest und stark war,wenn er auch nicht rasch neue Zweige trieb. Im Laufe der vier Semesterhat fast jeder von ihnen ein Amt bekleidet, und auch wer nicht zu solcherWürde kam, wie Lose und Angenete, der behauptete doch seinen Platzund seine Eigenart. Sprecher sind geworden Westphalen und König,nachdem dieser vorher Paukwart, jener Kassenwart gewesen war. In dieserletzteren Eigenschaft hatte Westphalen ebenso wie sein gleich geschickterund gewissenhafter Nachfolger im Amte, Leopold Schmidt, unter be-sonders schwierigen Verhältnissen sehr günstige Erfolge zu verzeichnen.Schriftwart war Michels, Eduard Schmidt aber und Ludwig Lange,beide als Schläger unübertroffen an Feinheit und Gefährlichkeit, versahennacheinander das Amt des Paukwarts.