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Nur sehr wenige Leute verließen Ende des Semesters Bonn, so daßim Sommer 1860 die Zahl der Mitglieder auf 31 stieg. Nun nahm dieAlemannia der Zahl nach den ersten Platz unter den Bonner Korporationen ein.
Mit Beginn des Sommers 1860 hatte es auch einen Wechsel derKneipe gegeben. Aus dem Hinterhaus von Werner auf der Sandkaulging es zurück auf das Schänzchen. Rehorn und Voigt leiteten die"Verhandlungen mit dem „alten Zartmann", der sich zu einigen baulichenVeränderungen entschließen mußte. War die neue Kneipe auch am Tagerecht unfreundlich, so genügte sie für die Abende, und am Tage ent-schädigte der Garten am Rhein mit dem Blick aufs Gebirge für vieleMängel.
Mit den übrigen Verbindungen Bonns ward ein loser ,,V. E." ab-geschlossen, die Teutonen zeigten sich schroff, zwischen einzelnen Frankonenund Alemannen bestand freundschaftlicher Verkehr, und an dem im Februaralljährlich stattfindenden Fridericiancr-Kommers erschienen regelmäßig alseingeladene Gäste eine Anzahl Frankonen, wodurch die gemeinsame Traditionaufrecht erhalten wurde.
Mit den Göttinger Hannoveranern war das lose Band thatsächlichlängst zerrissen, eines TageS kündigte der Convcnt denn auch in allerForm das bisherige Verhältnis, damit war diese Sache erledigt. DieBeziehungen, welche bei Arndts Begräbnisfeier mit fremden Burschen-schaften angeknüpft waren, spannen sich fort, und die Gießencr Germanenschickten eine förmliche Aufforderung, dem neugeschaffenen „norddeutschenKartell" beizutreten. Die Alemannia lehnte ab. Die Tübinger Germanenersuchten uns, das Verhältnis mit den Heidelberger Franken zu lösen unduns dem zwischen ihnen und den Heidelberger Alemannen bestehendenKartell anzuschließen. Die Alemannia lehnte auch diesmal ab.
Überraschender Weise sollte die so oft schon erörterte Frage eines ge-regelten Paukverhältnisses mit den Bonner Corps diesmal rasch ohne vieleSchwierigkeit gelöst werden. Ohne jede voraufgegangene Verhandlung er-klärte nämlich plötzlich am 15. Dezember 1860 der Bonner 3. E., derVerruf gegen die Alemannia, Frankonia und Teutonia sei aufgehoben.Diese Mitteilung war jedoch in einem so schroffen Tone abgefaßt, daßman erklärte, weitere Verhandlungen nur auf der Basis völliger Gleich-berechtigung führen zu können.
Es folgte nun die Niedersetzung einer Kommission aus Vertretern des8. E. und der Alemannia, um über die Satzungen einer Pauk-Verein-barung zu beraten. Der Hauptstreitpunkt war, wie es mit dem Un-parteiischen gehalten werden sollte. Die Corps verlangten, daß dieser nur