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Geschichte der Burschenschaft Alemannia zu Bonn : Festgabe z. Feier des 50-jährigen Stiftungsfestes der Burschenschaft Alemannia
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sonst Konkneipant sein. Er war dem Ehrengericht der betreffenden Burschen-schaft unterworfen und hatte das Recht, deren Farben zu tragen und denConventen beizuwohnen. Das Verhältnis bethätigte sich durch häufigen schrift-lichen Verkehr und besonders durch fleißige Beschickung der Kommerse. Nochgrößer war die Verschiedenheit mit der Hannovera, die sichProgreß-verbindung" nannte. Es war besonders der mit den Philologen derAlemannia befreundete Hannoveraner Helbig (jetzt Direktor des archäolo-gischen Instituts zu Rom), der für das Zustandekommen geregelter nähererBeziehungen zwischen den beiden Verbindungen thätig war.

Wie gemütlich das Leben in der Alemannia damals war, das spiegeltsich u. a. auch in den Bierzeitungen jener Tage ab, zumal in der vom Sommert859, zu welcher Johannes Trojan (Neubraunschweiger, jetziger Redakteurdes Kladderadatsch) eine große Zahl trefflicher Beitrüge lieferte. Denstudentischen Korporationen Bonns mußte öfters scharf entgegengetretenwerden, besonders den Teutonen, deren Benehmen offen und offiziell alsein unburschenschaftliches bezeichnet wurde, eine Ironie des Schicksals, dennnoch vor drei Jahren hatte die Teutonia der Alemannia denselben Vor-wurf gemacht. Wilke und Castendyk besonders gaben sich viele Mühe,über die Vergangenheit der Alemannia näheres zu erfahren, über die nurunbestimmte Überlieferungen im Umlauf waren, und schrieben zu diesemZweck an mehrere alte Herren, baten auch die Frankonia und Teutoniaum Einblick in ihre Akten. Damals verfaßte auch Brunhoff auf Er-suchen der Burschenschaft jene Aufzeichnungen, die bis auf den heutigenTag wesentlich die Überlieferung über die ersten Jahre der Alemannialebendig erhalten haben. Es wurde beschlossen, jedes Semester einen Be-richt über die Verhältnisse der Alemannia abzufassen und so allmäh-lich eine fortlaufende Chronik zu schaffen. Leider sind jedoch gerade dieersten dieser Berichte nicht mehr vorhanden. Den 15 jährigem Stiftungs-kommers war man durch die Ungunst der Verhältnisse verhindert zu feiern.Es war damals die Mobilmachung, und der akademische Senat hatte dieAbhaltung größerer Festlichkeiten für diese Zeit untersagt. Man verlegtedeshalb die Feier in den folgenden Sommer.

In das Wintersemester 1859/60 ging die Verbindung mit nur neunMann, und darunter waren sieben Leute, die erst ihr zweites Semesterantraten. Es kamen zwei alte Mitglieder nach Bonn zurück, elf neueFüchse traten ein, sodaß die Zahl auf 22 stieg.

Am 29. Januar 1860 starb Ernst Moritz Arndt; die Begräbnis-feier gestaltete sich zu einer großartigen Kundgebung der studierenden