— 53 —
Fackeln auf dem Dönhofsplatz folgte der Festkommers in der Tonhalle,bei welchem der Festredner unter dem donnernden Jubel der vielen Tausendevon Teilnehmern die Überzeugung aussprach, daß uns eine neue Aera be-vorstehe, daß Deutschland nur unter Preußens Führung groß und einigwerden könne, und daß hoffentlich die lebende Generation den eben ge-feierten Kronprinzen noch als Kaiser an der Spitze von Deutschland er-blicken werde. Dazu aus voller Kraft mitzuwirken haben alle Festteilnehmerdamals gelobt, und wir Alemannen haben es treu gehalten!
Zum Schluß sei das treue Zusammenhalten der alten Leute in Berlinwährend dieser ganzen Periode erwähnt. Wöchentlich einmal war Kneip-abend, an dem auch die zahlreichen alten Herren regelmäßig teilnahmen;ebenso wurde das Wcihnachtsfcst alljährlich gemeinschaftlich in schönsterWeise gefeiert. Am 18. Juli war regelmäßig feierlicher Kommers inTreptow (zu dem der leider zu früh verstorbene Paul Keibel II. durchbesonderes Vermächtnis seinen ganzen Weinkeller stiftete). Es herrschtedamals der innigste und regste Zusammenhang zwischen den alten Leutenin Berlin und der Verbindung, der nicht wenig dazu beigetragen hat, beidiesen alten Leuten das Interesse und die Liebe zur Verbindung wachzu-halten und dauernd zu erhalten. In welchem Maße dies der Fall ist,hat die rege Teilnahme gerade dieser Semester an den Stiftungskommersenund an dem Erwerb des Schänzchens dargethan. Vivullb ssczuöutoL!
Bonn, Januar 1894.
Or. Feodor Goecke.