auf den Grund der Verrufserklärung einzugehen, daß die Alemannia inVerruf sei und ihre Farben daher auf Mensur nicht anerkannt werdenkönnten. Die Vorbereitungen für die Feier des Ivjährigen Stiftungs-kommerses, der am 18. Juli in Obcrwesel unter zahlreichster Beteiligunggefeiert wurde und glänzend verlief, ließen die Sache vorläufig zurücktreten.
Im Wintersemester 1854/55, in dem Focke Sprecher und AltgeltSchriftwart war, wurde die Angelegenheit sofortwieder aufgenommen und unternochmaliger Darlegung des Sachverhältnisses der Wunsch und die Erwartungausgesprochen, daß unter Aufhebung des Verrufs ein auf gegenseitigerAnerkennung beruhendes Verhältnis auf der Grundlage studentischer Frei-heit und Gleichberechtigung herbeigeführt werden könne. Der 8. E. ant-wortete unterm 3. Dezember 1854, daß er den Verruf aufheben wolle,wenn die Alemannia sich bereit erkläre, den Pauk- und Straf-Kommentdes 8. E. anzunehmen. Die Alemannia erklärte sich dazu bereit mitAusnahme der Bestimmung, daß Sekundanten, Zeugen und UnparteiischeCorpsburschen sein müßten und daß der 8. E. die Strafgewalt habe, wo-gegen sie vorschlug, daß jeder Bursche einer von beiden Teilen anerkanntenStudenten-Korporation in besagter Weise fungieren könne und jeder Teilnur von seiner eigenen zuständigen Behörde gerichtet werden solle. MittelstSchreibens vom 13. Dezember 1854 erklärte der 8. E., daß er bei seinenForderungen beharre und, falls die Alemannia solche nicht annehme, inkein anderes Verhältnis treten könne, als es bisher gewesen.
So war denn auch dieser Versuch wieder mißglückt und es blieb beieinigen am Schluß des Semesters von einigen austretenden Mitgliedernausgepaukten Mensuren.
Von der Statutenrevision dieses Semesters, die eine wesentlich ver-besserte Fassung des Statuts brachte, ist bereits oben die Rede gewesen.
Mit besonderem Vergnügen werden alle diesem Semester angehöriggewesenen Mitglieder sich der herrlichen Kneipabende unter der Leitungdes humorvollen und sangesfrohen Kneipwarts Braem (Helfer, später alsSänger, dann als Schauspieler bei den Meiningern und dem Königl.Schauspielhause zu Berlin Hellmuth-Braem genannt) erinnern. Seinprachtvoller Gesang und seine jovial-humoristische Leitung des Kneipabendswar unübertrefflich, und jeder Fuchs, der einmal einen solchen Kneipabendmitgemacht, war unbedingt gewonnen.
Im Sommersemester 1855 war wiederum Focke Sprecher, und Karl,später Meier Schreiber. In diesem Semester wurde die Teutonia, mitder die Alemannia trotz mancherlei Verschiedenheiten bisher immer freund-schaftlich gestanden hatte, plötzlich ungemütlich und übelnehmerisch. Der