Aus dem Sommer 1858 (also aus einer Zeit nach Ablauf unsererPeriode) ist uns bezüglich der Politik folgender Beschluß überliefert-„Wenn man auch die politischen Tendenzen der alten Burschenschaft auf-gegeben habe, so müsse man doch das Vaterlandsprinzip insoweit festhalten,als man darunter die Förderung der Liebe zum Vaterlands und der Teil-nahme an den Geschicken desselben, sowie die Erweckung eines echt deutschenSinnes verstehe, und es müsse daher die Verbindung ihren Mitgliederndie Mittel geben, sich mit den vorfallenden Ereignissen bekannt zu machen.Es sei die Pflicht der Verbindung, das Interesse an den politischen Vor-gängen in unserem Vaterlande zu wecken und zu beleben."
Zur praktischen Erreichung dieses Zweckes wurden dann für die Kneipemehrere politische Zeitungen angeschafft. Zweifellos ist, daß dieser Beschlußin der damals für Preußen beginnenden „liberalen Aera" unbeanstandetgefaßt werden konnte, nicht weniger zweifellos aber dürfte sein, welchesSchicksal unsere Alemannia gehabt haben würde, wenn schon im Jahre1852, als unter dem Ministerium Manteuffel-Raumer-Westfalen unsereStatuten und Papiere mit Beschlag belegt wurden, der § 2 statt der aus-drücklichen Ablehnung der Politik den 1858er Beschluß enthalten hätte.So ist die damalige statutarische Ausschließung der Politik jedenfalls fürdie Verbindung als solche ein großes Glück gewesen. Daß sie danebenaber dem vaterländischen Geist sowohl der Verbindung selbst als der ein-zelnen Mitglieder nicht geschadet hat, das beweist ein Blick in dasAlemannen-Album, der sofort zeigt, daß die aus dieser Periode hervor-gegangenen Männer an Patriotismus und deutscher Gesinnung keineranderen Periode nachgestanden haben und nachstehen, und daß sich dieAlemannia dieser alten Herren wahrlich nicht zu schämen hat.
Wie mit der Politik, so verhält es sich auch mit den wissenschaft-lichen Bestrebungen. Man hatte bereits am 14. November 1846 denKränzchenzwang einstimmig aufgehoben, weil man dessen Nutzlosigkeit ein-sah, und man überließ es der freien Entschließung der Mitglieder, inwelcher Weise sie ihren wissenschaftlichen Bestrebungen nachgehen und obsie sich insbesondere zu Kränzchen vereinigen wollten. Daß hierbei dieWissenschaftlichkeit gegen andere Perioden nicht gelitten hat, das bezeugtuns gleichfalls ein Blick in das Alemannen-Buch.
Selbstverständlich wurde neben der Wissenschaft die studentische Fröh-lichkeit nicht vergessen, und zwar um so weniger, als die Mitglieder derVerbindung der Mehrzahl nach aus Leuten der jüngeren Semester bestanden.Bonn und unsere Verbindung litten damals entschieden darunter, daß keineInfanterie dort stand, bei der die Studenten, deren Mittel ihnen den