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Geschichte der Burschenschaft Alemannia zu Bonn : Festgabe z. Feier des 50-jährigen Stiftungsfestes der Burschenschaft Alemannia
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Brunhoff, für solche Schmeicheleien sehr empfänglich, nnhm von jedemweiteren Reizen sofort Abstand. Am folgenden Morgen fand die Mensurstatt. Es war ein kalter Tag des Vorwinters. Spohr versichert, diesePaukerei sei die interessanteste gewesen, die er je gesehen habe. Die beidenstanden in der starken Rüstung der Mützen und Binden, die fast nichtsvom Gesicht sehen ließ; wie üblich, sollte 15 Minuten geschlagen werden,nach 9 Minuten eine Pause von 10 Minuten eintreten. Brunhoffschlug die ersten 9 Minuten keinen einzigen Hieb, sondern parierte mitabsoluter Sicherheit, ohne seinen Sekundanten irgendwie in Anspruch zunehmen, die immer schneller sich folgenden Hiebe des Gegners. Die Pfälzerwaren sehr beruhigt über den Ausgang der Sache. In der Pause trinktBrunhoff ein Glas Wein, streicht sich seinen borstigen Schnurrbart undsagt zu seinem Gegner auf gut kölnisch:Waat, Männche, jetz kenne merdich, nu kommen ich an die Reih, jetz giff et Schmuckes!" Und nunging es sofort los. AusLoS!" schlug Brunhoff eine so gewaltige undwohlgezielte Anquart, daß die linke Wange des Gegners gespalten warund der Arzt Abfuhr erklärte. Eichhoff protestierte, und das wiederholtesich in der kurzen Zeit der sechs Minuten noch drei- bis viermal. Gangfür Gang saßen die Hiebe, zuerst eine Tiefquart, blitzschnell und beinaheunsichtbar geschlagen, unter der tiefen Auslage Eichhoffs durch, dannwurde die Mütze und der Brustpanzer durchschlagen, zweiHallenser"saßen auf dem Kopf, drei Durchzieher auf der obern Brust: kurz, obwohldamals, dem Paukbuch der Corps zu Liebe, Kopf- und Brustwunden nichtgenäht wurden, waren doch noch über 40 Nadeln nötig, das Übrige zunähen; der brave Eichhoff, der bis zum Schluß ausgeholten hatte, ohnesich abführen zu lassen, sank alsbald ohnmächtig zusammen. Die Mensurerregte großes Aufsehen.

Zwei tüchtige Schüler zog sich Brunhoff heran: Spohr undSterken, die mit Eifer und Erfolg das Waffenwcrk fortsetzten.Spohr insbesondere erbte das Amt eines ständigen Sekundanten. Diegemeinsamen Waffenthaten hatten einen besonders engen Anschluß andie Frankonen zur Folge.Und es waren dort, wie hier, dieselbenbraven Burschen, alle begeistert für die hohen Ziele, die eine Burscheu-schast erstreben will. So Julius Schmidt, der Astronom, damals schonObservator bei Argclander, Weise und der Koblenzer Karl Schurz,Ziemßen,Fritzken" Spielhagen und Ludwig Meier, jetzt Professorin Göttingen, alles liebe, unvergeßliche Freunde vieler Alemannen."Da übrigens der Duellzwang aufgehoben war, so galt das Auspauken vonContrahagen als Privatsache der Beteiligten. Doch hielt die Burschen-