Als nach der Thronbesteigung Friedrich Wilhelm IV. auf dem Gebieteder Politik ein freierer und nationaler Lufthauch in Preußen zu wehenbegann, da entfaltete die Burschenschaft auch zu Bonn alsbald wieder ihreFahnen. Es war im Jahre 1841, als die zwanglose Vereinigung derKnorschia, wie sie nach ihrem Führer Arnold Knorsch von den Corpsspottweise genannt wurde, sich mit einer Anzahl alter Hallenser, Kielerund Breslauer Burschenschafter zu gemeinsamen Fechtübungen und gemein-samen Kneipabenden verband. Der Wunsch, den Anmaßungen der sechsCorps entgegenzutreten, war das, was sie zunächst zusammengeführt hatte. Diealten Burschenschaster aber unter ihnen strebten danach, den Verein zu einerBurschenschaft umzugestalten. Da es ihnen gelang, den Rektor Naumann,die Professoren Ernst Moritz Arndt, Dahlmann, Nitschl und andere fürden Plan wenigstens insoweit zu gewinnen, daß ihnen Duldung in Aus-sicht gestellt wurde, so gründeten sie am 18. Februar 1813 die Burschen-schaft Fridericia, so genannt nach dem Namen der Universität (Ilnivar-sitas Ill'iäsrioiu duilslnrin. Ullsuunu). In sehr kurzer Zeit entfaltetesich die Verbindung zu hoher Blüte, im Sommer 1841 zählte sie 72 Mit-glieder. Ihre Prinzipien waren: Wissenschaftlichkeit, Sittlichkeit,Ehrenhaftigkeit, ihr Wahlspruch: Gott, Ehre, Freiheit, Vater-land. Sie hatte die Farben schwarz-rot-gold, wenngleich sie nur beifeierlichen Gelegenheiten ihre Fahne zeigen durfte; als unauffälliges Ab-zeichen trugen die Mitglieder schwarze Mützen. Leider gelang es derBurschenschaft nicht schnell genug, die verschiedenen Elemente, aus denensie entstanden war, einig zusammenzufassen; es bildeten sich Cliquen, ins-besondere war der Gegensatz zwischen den Norddeutschen und den Rheinländernund Westfalen ziemlich schroff. Als nun im Sommer 1844 der Sprecher,Hermann Becker, wenngleich selbst ein Rheinländer, die Progreßideen desbadischen Liberalismus in die Burschenschaft zu verpflanzen trachtete, als dieerste Frucht dieser Ideen schnell reifte, eine „allgemeine Studentenschaft", dabegannen die fröhlichen, einen engern Bund jugendlicher Geselligkeit suchen-den Rheinländer sich innerlich von der Fridericia abzuwenden. Als nungar die engere Verbindung — durch den Beschluß, daß einfache Mehrheit beiallen Abstimmungen, auch bei der Aufnahme in die engere Verbindunggenüge, künstlich gemehrt — im Juli 1844 beschloß, das bisher unter Ilm-ständen gestattete Duell zwischen Mitgliedern der eigenen Burschenschaftfortan zu verbieten, da erhoben sich die Rheinländer, 21 an der Zahl, anihrer Spitze Karl Liebrich, auf vorherige Verabredung und verließen dieVersammlung der Fridericia. Und nun überlegte diese Opposition, wasweiter zu thun sei. Einzelne hatten die Absicht, hinfort zu privatisieren, doch
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Geschichte der Burschenschaft Alemannia zu Bonn : Festgabe z. Feier des 50-jährigen Stiftungsfestes der Burschenschaft Alemannia
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