Druckschrift 
1 (1842) A - D
Entstehung
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Blücher.

weisser Steinbock mit einein goldenen Gurte. Auf dem gekröntenHelme ist ein dergleichen unten abgekürzter Steinbock. Siebmachergiebt dieses letztere Wappen 1. Tbl. S. 29. von Meding III. Tbl.Seite 75.

BIiiclier, die Grafen und Herren von.

Das Geschlecht der Bliicher, dessen Name durch den verewigtenFeldmarschall und Führer des preussischen Heeres im Befreiungs-kampfe auf ewige Zeiten ein Lobspruch für Alle, die ihn tragen, ge-worden ist, wird zu dem ältesten Adel in Bommern, Mecklenburg undHolstein gezählt. Als einer der ersten des Geschlechtes in Bommern,vielleicht auch als der Stammvater des alten Hauses, wird Herrmannvon Bliicher, der um das Jahr 1290 lebte, genannt. — Hans vonBliicher stand in hohem Ansehn bei Boleslav X., Herzog in Bommern.Die Bliicher wurden unter die Erb- und Schlossgesessenen in Bom-mern gezählt, und erwarben nach und nach grosse Besitzungen, na-mentlich sind Dabrikow, Triglatf, Neuenhagen, Zimmerhausen u. s. w.alte Bliichersche Lehn- und Erbgüter. Auch besassen sie im 16. und17. Jahrhunderte das Schloss und die Hälfte der Stadt Plate und dasGut Zowen, doch liel dieses Besitzthum im Jahre 17dl an die von derOsten. Mit Vincenz von Blücher und seinem Vetter Ludwig vonBlücher starb um das Jahr 1760 der alte pommersche Ast im Manns-stamme aus, und die genannten Güter kamen an die Herren von Pla-ten und von Melin, Schwiegersöhne des letzten Blücher und theilweisespäter auch an die Herren von Plötz. Die holsteinische Linie ge-langte nicht wieder zu hohem Ansehn, aus ihr gingen drei Bischöfevon Ratzeburg, Ulrich, Wieprecht und Herrmann, hervor. Aus deminecklenburgschen Aste und namentlich aus dem Hause Gross-Renzow,ist der verewigte Feldmarschall Fürst Gebhard Lebrecht von Bliicher-Wahlstadt (tt) entsprossen. Er wurde am 16. December 1742 zuRostock geboren. Seine Eltern waren der früher in Diensten desLandgrafen von Hessencassel gestandene Rittmeister von Blücher aufGross-Renzow, und seine Mutter aus dem alten Geschlechte der vonZiilow. Nachdem er schon in den Schlachten von Kunnersdorf undFreiberg gefochten, in den Feldzügen am Rhein, als Führer oft be-deutender Truppenabtheilungen der Vorhut, sich einen hohen Ruf alsGeneral der leichten Reiterei erworben hatte, wurde er 1794 General-Major und Ritter des rothen Adler-Ordens, 1802 General-Lieutenantund 1805 Ritter des schwarzen Adler-Ordens. Gleich treu in denStürmen des Schicksals, wie im Sonnenschein, schmälerte das Waflen-Ungliick des Jahres 1806 weder seinen Kriegsruhm, noch seine Treueund Thätigkeit in der Berufspflicht. Durch die Capitulation von Lü-beck in die Gefangenschaft gerathen, befreite ihn die Auswechselunggegen den damaligen Divisions-General nachmaligen Marschall Victoraus derselben. Bei der allgemeinen Erhebung des Vaterlandes vondem Monarchen an die Spitze des Heeres gestellt, glänzte zuerst seinNaine unter den Feldherrn seiner Zeit als Sieger an der Katzbach,später durch seine Mitwirkung oder Leitung des schlesischen Heeresin den darauf folgenden Schlachten und Gefechten; er wurde gekröntdurch den Sieg bei Belle-Alliance und durch den zweiten Siegereinzugin die Hauptstadt Frankreichs. Schon nach der Schlacht bei Leipzigwurde er zum Feldmarschall ernannt; nach dem ersten Pariser Friedenerfreute ihn sein Monarch durch eine am 3. Juli zu Paris ausgestellteUrkunde, die ihn zum Fürsten Blücher von Wahlstadt (Wahlstatt) erhob