Bentheim.
207
Ii i ii d c r.
1) Moritz, geboren den 16. Januar 1798.
2) Wilhelm , geboren den 10. August 1799. und vermählt im Au-gust 1827 mit Amalie Karoline, Tochter des Rheingrafen Karl Ludwigvon Solm-Grumbach, geboren den 7. Juni 1786.
3) Amalie, geboren den 16. Februar 1802, Gemahlin des Erb-prinzen Alexander von Sayn-Wittgenstein-Hohenstein.
4) Emil Friedrich , geboren den 6- April 1806. kaiserl. königl.österreichscher wirklicher Kämmerer und Hauptmann beim 57. Linien-Infanterie-Regiment Michailewich.
II) Bentheim - Bentheim oder Bentheim-'Steinfurth.
Arnold Johst oder Jodocns war, wie wir oben schon erwähnt ha-ben, der Stammvater dieser jungem Hauptlinie. Er war 1580 geborenund starb 1643. Das grälliche Haus scliloss im Jahre 1691 zu Biele-feld einen wichtigen Vergleich in Beziehung auf die Succession, inwelchem der König von England als Schiedsrichter aufgetreten war.Nach diesem hatte Graf Arnold Moritz Wilhelm, der 1685 katholischgeworden war, die Grafschaft Bentheim, und Ernst, sein Nell'e, derSohn des Ernst Wilhelm, Grafen von Bentheim und der Gertrude vonCelst, die 1660 von dem Kaiser in den Grafenstand erhoben wordenwar, Steinfurth erlangt. Seine beiden Söhne Ernst Wilhelm und Phi-lipp Conrad stifteten, wie wir schon oben bemerkt haben, die AesteSteinfurth und Bentheim. Die letztere Unterlinie, die von Bentheim-Bentheim, überliess im Jahre 1753 ihre Grafschaft pfandweise auf 30Jahre an Hannover, und im Jahre 1783 wurde diese Verpfändung auf30 Jahre verlängert. Schon oben haben wir erwähnt, dass das HausBentheim-Bentheim iin Jahre 1803 erlosch. Der letzte Graf aus dem-selben, Friedrich Karl, starb am 19. Februar 1803 zu Paris, und seinVetter Ludwig Wilhelm, geboren 1757 und gestorben am 20. August1817, nahm Besitz von der Grafschaft. Er war am 17. Januar 1817 inden Fürstenstand erhoben worden. Dieses Haus machte im Jahre 1814eine Anforderung an Frankreich, die sich auf 4,270,000 Franken be-lief. Sie hat durch den Pariser Frieden 1,310,000 Franken tlieils inbaarem Gelde, tlieils an Renten für jene Forderung erhalten. Im Jahre1822 wurde das Pfandverhältniss wegen Bentheim mit der KroneHannover aufgehoben, und unter der Oberhoheit von Hannover ist esjetzt wieder im freien Besitze von Bentheim, während Steinfurth unterpreussischer Hoheit steht. Demnach besitzt das Haus die beidenGrafschaften Bentheim und Steinfurth, die zusammen fast 20 GMeilengross, und im Jahre 1836 in 4 Städten, 1 Marktflecken und 65 Bauer-schaften, gegen 30,000 Einwohner enthalten. Ferner gehören ihm dasGaugericht Riischau, die Herrlichkeit Bathenburg an der Maas, dieHerrschaft Havickerwerth bei Doesburg an der Yssel, und die Herr-lichkeit Alpen bei Wesel. Die Residenz ist Burg Steinfurth, und derTitel des Standesherren: Fürst der beiden Grafschaften Bentheim undSteinfurth, wie auch Tecklenburg und Limburg, Herr zu Rheda, We-velinghofen, Hoya, Alpen und Helfenstein, Erbvoigt zu Cöln (die letz-tere Würde ist schon seit Jahrhunderten in diesem Hause).