Druckschrift 
1 (1842) A - D
Entstehung
Seite
205
Einzelbild herunterladen
 

Bentheim,

205

Spitzenschnitt in 4 Dreiecke getheilt, und es ist demnach fast so Wiedas der vonMeyendorf nur sind in diesem die beiden rechten Triangelweiss, und die linken roth, dort aber sind die beiden Triangel der breitenweiss, und die der längeren roth. Auf dem v. Benstedtschen Wappen istder Helm mit einem rothen und weissen Bunde bedeckt, und aus dem-selben ragen fünf rothe spitzige Blätter hervor. Die Helmdecken sindvon rother und weisser Farbe. Auf dem Helme des von Meyendorf-schen Wappens steigen aus dem Bunde fünf Flammen empor. M. s.Siebmacher I. Till. S. 177.

Bentheim, die Fürsten von.

Nachdem die alten Besitzer der Grafschaft Bentheim in West-phalen, die Grafen von Holland, mit Bernhard I. im Jahre 1421 erlo-schen; folgte der Enkel der Schwester des Grafen Bernhard Kbcr-tvin /., aus dem Dynasten-Geschlechte der Giiterswyk. Er erheirathetemit Mathilde, Ludolphs„des letzten Dynasten von Steinfurth^, Tochterdie unmittelbare freie Reichsherrschaft Steinfurth, welche im Jahre1495 vom Kaiser Maximilian I. zur Grafschaft erhoben wurde. NachMathihlens Tode vermählte er sich zum zweitenmal mit der GräliniGisberte von Bronkhorst, welche von ihrer Mutter', der Grälin Solms-Ottenstein, die Solms-Ottensteiner Güter ererbte. Wenn auf diesoWeise schon durch Heirathen das Besitzthum des Hauses sehr ver-mehrt worden war, so vergrösserte sich dasselbe noch um so mehr, alssich der Urenkel Eberwins I., Elterwin IV., mit der Erbtochter Conrad's,des letzten Grafen von Tecklenburg, im Jahre 1548 vermählte. Dadurchwurde er Graf zu Tecklenburg und Herr der Herrschaften Rheda,Wevelingshofen u. s. w. Sein Sohn Arnold IV. vereinigte auf diesoWeise schon den Besitz von Bentheim, Steinfurth, Tecklenburg, Rheda,Wevelingshofen', Freudenberg, die Solms-Ottensteiner Güter und zweiAemter, unter Hessischer Hoheit. Auch Höhen-Limburg, Alpen, Gro-nau, Helfenstein und Lennep iielen ihm durch seine Gemahlin, Mag-dalene, Erbtochter des Grafen Aar zu Neuen-Aar, zu. Er war derStifter des Gymnasiums Arnoldinum zu Burg Steinfurth und starb 1606.Seine fünf Söhne theilten sich in diesen reichen Besitz auf folgendeWeise. Der älteste, Adolph, erhielt Tecklenburg, Rheda, Uchte undFreudenberg; der zweite, Arnold Jobst, aber Bentheim; der dritte,Wilhelm Heinrich, Steinfurth, Wevelingshofen und Havickerwerth; dervierte, Conrad, bekam Höhen-Limburg; der fünfte, Friedrich Ludwig,Alpen, Helfenstein und Lennep. Die drei jüngsten Brüder starbenkinderlos, und Hollen-Limburg, Gronau, Wevelingshofen und Helfensteinfielen an Adolph, den Grafen von Tecklenburg; aber Alpen, Steinfurthund Havickerwerth an Arnold Jobst. Diese beiden altern Brüderwurden nun die Stammväter der beiden Hauptlinien, nämlich: derAdolphinischen oder älteren Linie, und der Adolph Johstschen, oderjüngern Linie. Diese letztere zerfiel später wieder in die Unterlinien:Bentheim-Bentheim und Bentheim-Steinfurth. Die erstere erlosch imJahre 1803, und Bentheim-Steinfurth gelangte in den Besitz von Bent-heim. Aber im Jahre 1821 trat Beiitheim-Tecklenburg nicht allein alsPrätendent der Grafschaft Bentheim, sondern auch auf Steinfurth auf,und forderte alle diese Besitzungen mit dem Ersätze für die Nutzungseit 1803 zurück. Wegen Steinfurth erklärte der betreffende preuss.Gerichtshof am 11. September 1829 diese Klage für ungegründet. InBeziehung auf Bentheim aber schwebt der Process gegenwärtig nochvor dein höchsten Gerichte des Königreichs Hannover.