Ardey — Aremberg.
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Ardey, die Grafen und Edlen von.
Ein schon im vierzehnten Jahrhunderte erloschenes Geschlecht desCölnischen Lehnadels, von dem imJahre 125? ein Jonathus nobilis deAredeia vorkommt. Das berühmte alte, längst in Trümmer zerfallene,kaum noch durch Spuren von Mauern bemerkbare Scldoss Ardey inder Grafschaft Mark, lag zwischen Friedberg und Langschede im Dun-kel des gleichnamigen Waldgebirgs verborgen. Die schon im 7. Jahr-hunderte vorkommenden Grafen von Ardey besassen auch das SchlossScheda an der Ruhr, welches die Grälin Wildfridis v. Ardey in einPrämonstratenser-Kloster umschuf. Das Jahr des Erlöschens der Fa-milie Ardey fällt in das zweite Decennium des 14. Jahrhunderts, undihre ansehnlichen Besitzungen kamen theils an jenes Kloster, theils andas Fräulein-Stift Fröndenberg. — Das Wappen dieses Geschlechtsfindet man in Steinens westphäl Geschichte 1. Tbl. Tab. 1. abgebildet.Das Schild ist viermal über das Kreuz in acht Felder mit abwech-selnden Tincturen getheilt. Uebrigens stimmt dasselbe sehr mit denenvon drei andern cölnischen Geschlechtern überein, nämlich mit denender Walpot v. Bassenheim, der v. Vaerst und der v. Eller zu Lobachund Bustede. M. s. von Steinen westphälische Geschichte 1. Till. S. 501.und Tab. 1. No. 4. und 5.
Aremberg, (Arenberg) die Herzöge von.
Das jetzige herzogliche Haus Aremberg ist gemeinschaftlich mitden Fürsten von Ligne, Arschot, Chimay und Barbancon aus der ur-alten Familie von Ligne entsprossen; des Stammherrn Johann, Frei-herrn von Ligne Enkel, Johann v. Barbancon, vermählte sich im Jahre1547 mit Margarethe, der Tochter und Erbin Roberfs, Grafen vonAremberg, Besitzers der gleichnamigen Grafschaft in der Eifel, undward im Jahre 1549 vom Kaiser Karl V. in den Reichsgrafenstand,1576 vom Kaiser Maximilian II. in den Reichsfürstenstand erho-ben, und 1582 erhielt das Ilaus Sitz und Stimme auf dem Reichs-tage. Sein Sohn Kart, geboren 1550, war der erste Fürst von Arein-berg-Arschot, und Philipp Franz, geboren 1625 und gestorben 1674,war der erste Herzog von Aremberg-Arschot, während schon KarlEugen, Reichsfürst v. Aremberg, im Jahre 1644 vom Kaiser Ferdinand III.die herzogliche Würde erhalten und die Grafschaft Aremberg in einHerzogthum Aremberg verwandelt hatte. Jenseits des Rheins und inden Niederlanden besass dieses herzogliche Haus grosse Herrschaftenund Güter, von ihnen gingen Arenberg, Kerpen mit Neukirchen, Gil-lenfeld, Flöringen, Mechenich, Commern, Sassenburg, Ahrweiler,Schleyden und Millingen verloren. Der Reichsdeputationsrecess ent-schädigte dafür den am 7. März 1820 verstorbenen Herzog LudwigEngelbert mit der Grafschaft Meppen im Königreiche Hannover und mitder Herrschaft Recklingshausen im Königreiche Preussen. Bei Errich-tung des rheinischen Bundes wurde der erwähnte Herzog Mitglieddesselben, aber schon nach Jahresfrist wurden seine Besitzungen theilsmit Frankreich vereinigt, theils zum Grossherzogthume Berg geschla-gen. Dafür sicherte ihm Napoleon damals eine immerwährende Rentevon 1.14,000 Fr. jährlich, die Domainen und die Jagd zu. Durch denWiener Congress erhielt der Herzog Prosper Ijudwig diese Besitzun-gen wieder zurück, und zwar die Grafschaft Meppen als hannoversche,und die Herrschaft Recklingshansen als preussische Standesherrschaft,und wegen dieser letztern gehört die Genealogie dieses herzoglichen