Die Stifter und Klöster
für die
Töchter des preussis chen JLdels
im Jahre 1858.
A. In (1er Provinz Brandenburg.
1) Das Fr ä nie in-S t if t zum heiligen Grahe in derOst-
Priegnitz.
Es wurde als Cistercicnser-Kloster im Jahre 1289 von dem Mark-grafen Otto für 12 Nonnen angelegt. König Friedrich II. verwan-delte es in ein adeliges Fräulein-Stift für eine Aehtissin und30 Conventualinnen. Der Monarch bewilligte auch diesen Da-men ein weiss emaillirles Ordenskreuz mit goldener Einfassung,auf der einen Seite sieht man die Worte par grace mit golde-nen Buchstaben in himmelblauem Grunde; in den vier Ecken aberden gekrönten Namenszug König Friedrich II. Auf der andernSeite stehen in der Mitte die Worte: pour la conservation dela maison royale; in den Ecken aber sind vier Paar zum Ge-het aufgehobene Hände angebracht. Die Aeblissin trägt diesenOrden, wie die Stifts-Fräulein, an einem breiten, mit Silbereingefassten Bande auf der linken Seite des Kleides. Seit demJahre 1776 ist diesem Orden auch noch ein in Silber gestickterStern hinzugefügt; er enthält in der Mitte den in Gold gestick-ten und gekrönten königlichen Namenszug in einem Kreuze. Inden vier Ecken aber die Worte par grace und die Jahreszahl1776. Fünf und zwanzig geräumige Wohnungen dienen zu denResidenzen der Conventualinnen. Dieses Still ist das einzigein der Provinz, welches unter die unmittelbaren Landstände ge-hörte. Ein adeliger Stiftshauptmann verwaltet mit zwei Stifts-vorstehern die Einkünfte. Seit dem Jahre 1791 war dem Stifteerlaubt, sich einen Probst zu wählen. Die Aebtissin wählt sichunter den Canonissinnen eine zur Priorin und vier zu Amls-fräulcins.
Im Jahre 1836 befanden sich in diesem Stift:Die Aebtissin Fräulein v. Steinwehr.Die Priorin Fräulein du llosey.