16
Einleitung.
den Eximirten; er ist bloss zum Besitze adeliger Güter be-rechtigt, darf aber auch diese nicht an Nichtadelige verkau-fen ; er giebt von seinen Besitzungen geringere Grundsteuer,als andere Grundeigenlhümer; er darf keine bürgerliche undbäuerliche Grundstücke besitzen, auf denen dingliche Lastenund persönliche Verpflichtungen haften, und darf ohne ausdrück-lichen Consens keine Person aus den sogenannten niedern Stän-den heiralhen. — Lehnsnexus findet noch in Ermeland, Vor-pommern, Schlesien und in den neuesten deutschen Provinzenstatt; die meisten adeligen Güter aber sind (jedoch mit Fa-miliencinschränkungcn) Allodium. — Majorate, Scnioratc, undFideicommisse sind hie und da vorhanden; auch Fideicommisscder könfgl. Familie (Rheinsberg). — Mancher Senior hat durchStiftung 20,000 Rthlr. jährliche Einkünfte, und sein nächsterVetter nur 300 Rthlr. — Das grösste Fidcicommiss im preus-sischen Staate ist das fürstl. Hohenlohisehe mit 3 Städten, 65Dörfern, 4 Colonien und 49 Vorwerken, mit Primogenitur, Un-theilburkeit und Unveräusserlich keil.
Nach den einzelnen Provinzen.
a) Schlesien: Medialfürstenthümer, freie Standesherrschaf-ten und Minderherrschaften mit ihren Vorrechten; sie sindeinzig im preussischcn Staate; jedoch werden ihre Gütervom Staate nicht anders, als jedes andere adelige Dominiumbetrachtet. — Das ritterschaftliche Crcditsystcm ist das Mu-ster aller übrigen; die Besitzer adeliger Güter, die zu dieserCorporation gehören, haften in Rücksicht der contrahirtenSchulden, alle für einen und einer für alle; sie geben 4Procent Zinsen, und ihre Pfandbriefe werden mit 4 bis 7Procent Aufgeld gekauft; — ein Directorium und acht Un-terdircclioncn; im Jahre 1802 circulirten für 22 MillionenRthlr. Pfandbriefe; — wohllhätige Folgen dieses Systems,- zu-fällig nachtheilige Folgen desselben; in dieser Provinz wares bei seiner Einrichtung das zweckmässigste Mittel der Er-haltung; jetzt könnte es vielleicht ohne Schaden aufgehobenwerden; — in Zeiten der Staatsnolh können diese Anstaltensehr wichtig sein. — Die Zahl der adeligen Güter in Schle-sien 3504. 4633. 4743. (die Angaben sind vielleicht alle dreirichtig). — Werth der adeligen Güter nach den Vasallenta-bellen 85 Millionen Rthlr., in der Wirklichkeit gewiss nocheinmal so viel; — das Incolat ist hier nöthig zum Besitzeadeliger Güter. — Die wichtigsten Herrschaften sind: Oels,Plcss, Trachcnberg, Koschentin, Kynast, Carolath, Sagan,Ratibor, Tost, Fürstenstein, Rohnslok, Manze, Proskau,Warlenberg u. s. w.
b) Ostpreussen: 1788. 830 adelige Familien; — Zahl