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Die Wappenrolle von Zürich : ein heraldisches Denkmal d. 14. Jahrhunderts in getreuer farb. Nachbildung d. Originals mit d. Wappen aus dem Hause zum Loch
Entstehung
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dem Chorherrn Conrad gehörende Haus beim Grossenmünster an der Kirchgasse wurde eingezogen, 1354 aber der Elisabeth,Eh ewirtin Ulrich Schwends, ihrer Verwandten, um blosse 10 Florentinergulden überlassen; als seine Gattin erscheint seit 1340Margaretha von Lunkhofen, bis 1340 Eigentümerin des Lunkhofen-Hofes zu Schlieren, lebt noch 1357 im Lunghofs Estrich alsvro Wissina; von ihren beim Tode Wissos noch unmündigen Kindern ist nur Reinbolt bekannt (wohl benannt nach dem als Vorfahr5 vermuteten Reginbold albus des 10. Jhdts.!): dieser söhnt sich 1363 VII. 24. als Sohn des Ritters Wiss, der beim Einfalle des GrafenJohans von Habsburg sich beteiligt habe und dabei erschlagen wurde, mit der Stadt Zürich aus und verzichtet auch seinerseitsauf das ganze vom Vater hinterlassene, noch vorhandene oder veräusserte Gut; am 6. X. 1363 veräussert er auch sein mütterlichesHaus, den Lunghofs Estrich, den er 1362 selbst bewohnt hat und in dem noch 1366 Greta Wiss lebt. In der Wettingerurk. 568(StA Aargau), Verkaufsurkunde von 1363 X. 6., heisst Reinbolt hern Johanns Wyssen seligen sun des ritters; es könnte daher der10 gefangene Johans Wisse von 1338 mit dem Vater Reinbolts identisch sein. Unbekannt ist das verwandtschaftliche Verhältnis deszum ritterüchen Geschlecht gehörenden, seit 1335 gelegentlich auftretenden Johanniterordensbruders Rudolf W. zu Bubikon undWädenswil, der wohl auch Ulrich heisst und als Rudolf bzw. Ulrich in die Umtriebe der Verbannten zu Rapperswil verwickelterscheint; 1384 ist er Richter des Hauses Wädenswil und 1391 Stellvertreter des Komturs. < Wappen: I no. 178: in blau einefünfblättrige weisse Lilie. Die wenigen weissen Farbspuren in der untern Schildhälfte lassen nicht mit Sicherheit bestimmen, ob es15 sich hier um eine langgestielte Lilie handelt (Taf. XXVIII, s. Rekonstruktion auf Tafel XXXII) oder ob nur eine blosse Lilievorüegt; die Siegel lassen beide Möglichkeiten zu. Im EdlibachWb (s. auch Leu 119 f 15V) in blau ebenfalls eine kurzgestieltefünfblättrige Rose ohne Blätter am Stiel. Tschudi (Ms. Hegi) 422 lässt irrig in blau die fünfblättrige Lilie aus dem untern Schildrandhervorbrechen, die beiden mittleren Blätter in Laubblattform an langen Stielen (!), genau so auch Stumpf II 155V (432, 489),während Schnitt 139V die Lilienform Tschudi's schweben lässt; Kl. bei allen vier Wb aus gekröntem Helm wachsende weisse fünf-20 blättrige Lilie bzw. die mittleren (Laub-)Blätter an Stielen, Hd. blau-weiss. - II no. 179: geteilt von weiss und blau mit blauemQuerbalken im obern Feld, belegt mit rotem Pfahl (Taf. XXVIII). Dieser ältere Schild ist durch keine älteren Wb, aber durch diebeiden Siegel des Ritters Konrad Wisso von 1250 und 1258 belegt, in beiden jedoch zwei vom Pfahl überdeckte Querbalken! Dieserzweite Schild wird wie das von Lunkhofen-Wappen auf ein Dienstverhältnis zu den Freiherren von Regensberg hinweisen; die Liliedagegen kommt in Weiss-Wappen als Symbol der weissen Farbe öfters vor, so bei den 1513 in Zürich eingebürgerten noch blühenden25 Weiss zur Gilgen, Siegel: Ritter Konrad, der Grossvater des Hausherrn zum Loch Ritter Wisse, führt in seinen beiden Siegeln von1250 und 1258 noch den alten Schild mit der Heroldsfigur (ZürchS AS. 3 4 und no. 81); er heisst im älteren nur durch eine Zeichnungim Text wiedergegebenen DE ALBIS, also im Ablativ Pluralis, wie dies bei italienischen Patrizier- und Adelsgeschlechtern üblich war.Das erste Siegel mit der fünfblättrigen Lilie im Schild führt 1291-1301 der Propsteichorherr Konrad W. (ZürchSA VI no. 54),zugleich das älteste geistliche Siegel Zürichs mit einem Wappenschilde; der Wappenschild ähnlich im dritten, geistlichen Siegel des30 Propsteichorherren Johans 1373 X. 28. und in dessen Propstsiegel 1382/91 (abgebildet bei Müller Merckw. Überbleibsel III, 10und in Geschichte der Familie Ammann von Zürich, Kunstbeil. XVIII no. 8), derselbe führte früher als Chorherr 1338/58 einweltliches Schildrundsiegel (Siegeltaf. VIII no. 25), dazwischen 1357 II. x. als blosser Herr Johans Wisso ein Petschaftsiegelchenmit dem Schilde; weitere Schildrundsiegel führten Reinbolt W. 1363 VII. 24. und der Johanniterbruder Rudolf W., der 1391IX. 5.zu Wädenswil zu Gericht sitzt (StAZürich, Urkk.); einziges Helmsiegel von Ritter Wisse 1340/48: wachsende oder halbe Lilie,3 5 deren fünf Blätter je mit einem Pfauenstutz (?) besetzt sind, s. Siegeltaf. VIII no. 15; Urkunden im Staatsarchiv Zürich. - Ein ganzähnliches Schildbild, kurzgestielte Lilie, führte. 1251 /54 schon der Schultheiss Ulrich (1238-1254), 12 54 III. 19. mit dem Geschlechts-namen An dem Orte näher bezeichnet (UBZürich II S. 269 n. x und 345 n. 1; ZürchSA II no. 82, Ganz IX 6); Zusammenhängezwischen den Wisso und An dem Ort (in ZürchSA II no. 82 mit den Ortlieb identifiziert) sind nicht ersichtlich; der Vorname Ulrichkommt bei den Wisso nur im 2. Viertel des 14. Jhdts. vor. Quellen: UBZürich, UBRapperswil, MGNecr. I, Zürcher Stadt- u.40 Steuerbücher, Schweiz. Museum I 88 -95, Reg.epp.Const., Reg.Pfävers,Ringholz Einsiedeln, Huber Geschichte des Stiftes Zurzachi6f, 244, Huber Urkunden des Stiftes Zurzach 426, Wöber I Sp. 50 (falscher Stammbaum), Njbl der Stadtbibl. Zürich 1901 S. 8 f.

HzLoch 178, Tafel XXXII

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