Ztg. 1887 V. 11., Wöber I Sp. 231. - Weissbordierten schwarzen Schild führten auch die habsburg-laufenburgischen Dienstmannenvon Henggart (BAndelfingen KZürich), die 1228—1386 nachweisbar sind, zu Rheinau ein Ritterlehen hatten, und schon 1297zu Laufenburg sesshaft waren. Der Stammvater Lütold heisst 1228 cliens des Grafen Rudolf von Habsburg. Von seinenwahrscheinlichen Söhnen den Brüdern Eberhart und Berchtold, die beide Ritter wurden, sind Eberhart und seine zahlreichen5 Kinder 1286 als ministeriales des Grafen Rudolf von Habsburg bezeichnet. Eine wohl von Ulrich von H. ausgehende Seiten-linie stand im Dienste der freien Herren von Altenklingen und hatte Lehen von den freien Herren von Güttingen. Die BurgHenggart hatten um 1318 die Herren von Oftringen von Habsburg-Laufenburg zu Lehen. Offenbar keinen verwandtschaftlichenZusammenhang mit dem Adelsgeschlecht hatte das Schaff hauser Bürgergeschlecht gleichen Namens. 4 Wappenschild beiEdlibach, Tschudi (Ms. Hegi) 369, Stumpf II ioi v (380, 439); Kl. bei Edlibach eine weisse kurzgestielte Blume (Rose?) mit gelbem10 Butzen, bei Tschudi und Stumpf daneben noch weisses und schwarzes Büffelhorn, besetzt je mit 3 gelben Liüen. <J: Siegel: vollesWappen im Rundsiegel Ritter Eberhards 1289 mit 4 Federn als Kl. (ZürchSA VI 2078); Helmsiegel Berchtolds 1362 XII. 20. (Thom-men I no. 695) u. 1376 III. 4. (UBBasel IV no. 461): Kl. 2 Büffelhörner, besetzt mit je 3 Lilien. Die Schildfigur im Siegelwiderlegt die spätere Darstellung eines blossen schwarzen Schildleins in weissem Schilde. Quellen: UBZürich, UBBasel I-IV,Thommen I—II, Urkreg. Schaffh., Reg.epp.Const. I, HabsbUrb., QSchwG XVIII 110, MGNecr. I, Rüeger u. Pupikofer I a 50115 vermengen beide Geschlechter, MAGZ 23, 323 (10), KvK II 35 (vgl. Brandi Quellen II 155). [142
5 3 BÜTTIKON Dienstmannen, ursprünglich der Grafen von Lenzburg, dann der Froburger, Kiburger und Habsburger, benanntnach B. (BBremgarten KAargau), ein weit verzweigtes Geschlecht, das sehr früh schon auch die Burg Wikon, dann Uffhusen,Schenken (alle KLuzern) und Wartberg, nachmals auch Rued und Brittnau (KAargau) besass. Zuerst erscheint Johannes I. deBötinchoven 1173 III. 4. in Basel bei K. Friedrich I.; sein Sohn trägt den Kiburger Namen Hartman, der sich Generationen hindurch20 vererbt. Hartmans Enkel Walther I. und Ulrich III. heiraten in die freiherrlichen Häuser Wädenswil und Eschenbach. Die Herrenv. B. stunden, wenn sie nicht den geistlichen Stand erwählten und es gelegentlich zu einer ansehnlichen Pfründenhäufung brachten,im Dienst der Herzoge von Österreich; so waren Walthers I. Sohn und Enkel Hofmeister der Herzoge, der Enkel auch Landvogtim Aargau und Thurgau und Vogt zu Rotenburg; bei Sempach fiel nicht nur Ulrich XII., sondern auch sein geistlicher BruderHartman VI., Chorherr zu Zofingen und Werd, für die Herzoge. Nachdem sie aber den Aargau verloren hatten, verbürgerten25 sich die v. B. in Bern und Luzern, unter deren Botmässigkeit ihre Herrschaften lagen, einzelne zogen auch nach Basel. In der12. Generation erlosch das Geschlecht mit Porphyrius f 27. III. 1558. <t Wappen: von weiss — mit blauen Eisenhütchen belegt- und rot viermal schrägrechts geteilt. Das ZB I 82 und die Kopie Hegi geben nur im mittlem Schrägbalken 3 Eisenhütchen.Richtig ist fünfmal schrägrechts geteilt von rot und weiss mit blauen Eisenhütchen (erst in wechselnder Zahl 3, 4, 3 oder3, 5, 2 oder 2, 4, 2, später regelmässig 2, 3, 1) in weiss. So bischLb, DEWb 105 und 105 v (2, 3, 2 Eisenhütchen), Grünen-30 berg 175, das kleine Leipziger und das BerlinerWb 144, die Wappenscheibe der Dosia v. B. 1520 in Wettingen, die Wap-penscheibe Büttikon-Effinger im Schweiz. Landesmuseum (Lehmann Burg Wildegg und ihre Bewohner 1922 S. 80) und dieGlasmalerei aus der Barfüsserkirche in Basel (Basler Kirchen hgg. v. E. A. Stückelberg III 48), sowie Tschudi (Ms. Hegi)284 (2, 3, 2 Eisenhütchen). K. Schnitt und HUFisch geben unrichtig noch eine weitere Teilung des Schildes, Schnitt in rot 3linke mit 2, 3, 2 weissen (I) Eisenhütchen belegte gelbe(!) Schrägbalken und Fisch in rot 3 rechte mit 2, 3, 2 blauen Eisenhütchen35 belegte weisse Schrägbalken. Älteste Kl. in den Siegeln waren 2 senkrechte mit Hahnenfederbüschen besteckte Stangen bzw. einStab mit Federbusch auf einem Breithut oder ein Hahnenfederbusch auf einem Spitzhut mit Stülp (Linie zu Wikon und Uffhusen)oder ein Schirmbrett mit Schildbild, aussen mit Kugeln besteckt; andere weisen einen Breithut mit offenem Flug, unten 2 Kugeln,die aber auch fehlen können, oder einen blossen Flug auf dem Helm. Die Wappenbücher geben einen blauen Hut mit blauem Stülpund gelbem (DEWb 105 V weissem) offenem Flug (bischLb, vgl. Berliner Wb 144) oder einen blauen Hut mit rotem Stülp und40 gelbem Flug (Fisch 1621) oder eine rote Mütze mit weissem Stülp und weissem Flug (Tschudi 285) oder auf gekröntem Helm einenmit weissem Federbusche besteckten schildfarbenen Spitzhut (DEWb 105, Grünenberg 175) oder einen schildfarbenen offenenbzw. geschlossenen Flug (Schnitt). Die Wappenscheibe in Wettingen hat einen weissen Flug. Stumpf II 190 (464, 521) bzw. II 236(508V, 563) gibt einen Stulphut mit offenem Flug. Der Schild befindet sich auf einem Lederbehälter für ein Trinkglas im Schweiz.Landesmuseum (Jahresbericht für 1920 Taf. II) und auf dem St. Urbaner Backstein (3, 5, 4 Eisenhüte, FestgLM Laf. I).45 < Siegel: GenHdb III 382, 388 und Siegeltaff. 20-21; AargB I 177 Abb. 131 —135; Merz Urkk. d. Stdtarch. ZofingenTaf. IV18-21; Ganz VIII 2, 8. (J; Quellen: GenHdb III 360-401, 418; AargB I 175—178. [141
54 UNBESTIMMT, «t Wappen: in blau ein weisser Turm. Ebenso Kopie 1761, im ZB I 82 und Kopie Hegi dagegen rotlDer Schild auch in der Abtei Rüti (MAGZ XXIV 220, Taf. 4 no. 6), von H. Zeller-Werdmüller vermutungsweise den rappers-wilischen, dann habsburgischen Dienstmannen ab dem Turme (a dem T., an dem T., in dem T., vonmi Turni, de Turri, wohl50 benannt nach dem Turm im Tal, Pf. Altendorf, Schwiz) zugewiesen, wohl mit Recht. Die Brüder Rudolf und Heinrich sind alsRitter seit 1253 bezeugt, Rudolf, Gemahl der Hemma von Bechu (Bächi), Tochter Heinrich Goldschmids, bis 1290, Heinrich bis1296, ein dritter Bruder Burchart erscheint 1261-1296, seit 1286 als Ritter. Weiter werden genannt Arnold 1293-1321, Heinrich(nicht Ritter) 1298-1305 und Rudolf (ebenso) 1299. Auch Hartman von dem T. (1314-1335), 1319 Pfarrer zu Neu-Rapperswü,13 23 auf der Ufenau und zu Brütten, der beim Überfall Einsiedeins durch die Schwizer 1314 um die Befreiung der Gefangenen sich
Hz Loch 52—54, Tafel XXX