i. V. io2o unterstellte es Heinrich dem Schutze des Papstes, und schliesslich ward es aus dem Metropolitanverband eximiert unddirekt dem Papste unterstellt, 1803 säkularisiert, dann, nachdem der Sprengel vergrössert worden, 1817 zum Erzbistum erhoben.
Das Banner weist in gelb einen aufgerichteten schwarzen Löwen rotbewehrt, belegt mit blauer Schrägrechtsleiste. Im Wappenist die Leiste bzw. ein Schrägbalken weiss, als Kl. erscheint später ein Schirmbrett mit Schildbild, aussen mit Pfauenspiegeln5 besteckt. Der Schild ebenso bei Haggenberg n, Richental 130 (hier 236 das Stadtwappen). Das Wappen ist das staufischeHauswappen mit einem Beizeichen. <1 Quellen: Jahrb. d. dtsch. Gesch. : Heinrich II. Bd. II; W. v.Giesebrecht Gesch. d. dtsch.Kaiserzeit II 6 52 ff, 171 f; J. Looshorn Gesch. d. Bist. Bamberg 7 Bde. 1886-1910 ; G. Säbel Die Wappen der Stadt und desBist. B. 1898 = 60. Bericht d. Hist. Vereins Bamberg f. d. J. 1899 S. 43 ff; Seyler 287, Herold 1883 S. 154 und im Siebm. P1. Reihe 70 ff; P. Bretschneider VJS Herold XLV 63, 87; Kretschmer 293 (mit ält. Lit.), 420, 576. [57g
XXI STRASSBURG (Strasburg, Argentinensis) reicht mit seiner Christengemeinde in die 1. Hälfte des 4. Jhdts. zurück, der BischofAmandus ist in den 340er Jahren auf Synoden bezeugt, und es ist zu vermuten, dass die Gemeinde sich durch die Stürme des5. Jhdts. hindurch gerettet hat. Mit den Franken zu Beginn des 6. Jhdts. kam dann für Gemeinde und Bistum die Erneuerung.Damit ist verbunden der Name des Bischofs Arbogast (6. Jhdt. 2. H.), eines Franken. „Er und sein Nachfolger auf dem Bischofs-stuhl, Florentius, beide Heilige und Wundertäter, sind in der Legende als die tatkräftigen Wiederhersteller des Bistums festge-15 halten." Das Bistum gehörte zum Erzbistum Mainz, wurde aber durch päpstliche Bulle vom 10. und königl. französischeOrdonnanz vom 31. X. 1822 dem Erzbistum Besangon unterstellt, endlich durch die päpstlichen Dekrete vom 10. u. 14. VII. 1874als exemt erklärt. jjDas Bannerweist unter gespitztem rotem Schildhaupte einen roten Schrägrechtsbalken in weiss. Dem Wappenfehlt das Schildhaupt; als Kl. kam später ein Flügel mit Schildbild auf. Die weitere Entwicklung des Wappens (Schild der Land-grafschaft Elsass usw.) ist hier nicht zu verfolgen. Das alte Wappen auch bei Haggenberg 10 und Richental 129b; es ging in das20 Stadtwappen über (ZürchSA XI 177, Richental 234b). 4 Quellen : R. Wackernagel Gesch. d. Elsasses 1919 S. 19f, 32f; Regestend. Bisch, v. Strassburg hgg. v. P. Wentzke I—II 1908-1926; Stöckler Gesch. d. Bist. Strassb. 2 Bde. 1879/80; Reichsl. Els.-Lothr.III 1087 ff (mit ält. Lit.); W. Kothe Kirchl. Zustände Strassburgs im 14. Jhdt.; Fritz Territorium des Bist. St. um die Mitte des 14. Jhdts.1885; Seyler 133 und im Siebm. I 5 1. Reihe 86 ff; P. Bretschneider VJSHerold XLV 66; Kretschmer 269, 415, 464, 568. [580
XXII FREISING (Frisingen, Frisingensis) ward mit Salzburg, Passau und Regensburg 739 durch Bonifatius als Bischofssitz25 organisiert und damit Bayern in die römische Hierarchie eingefügt; er weihte Erimbert, den Bruder Corbinians, als ersten Bischof.Nach der Erhebung Salzburgs zum Erzbistum ward Freising ihm unterstellt. In den Jahren 1802 und 1803 erfolgte die Säkulari-sation; nach langer Sedisvakanz ward 1817 das Bistum zu einem Erzbistum München-Freising erhoben. <1 Das Banner undWappen weist in gelb einen Mohrenkopf mit roter Krone. Später ist der Schild weiss und der gekrönte Mohr als Brustbild rotgekleidet. Richental 140b gibt in gelb einen Mohren mit Bart und gelber Krone in rotem Gewand. Der Mohrenkopf geht zurück30 auf den Kopf des h. Corbinian, wie er auf den Münzen dargestellt war; die spätere Zeit verlor das nötige Verständnis, namentlichals nicht mehr gemünzt wurde, machte aus der niedrigen Mitra eine Krone und aus dem roh geformten Heiligenkopf ein Mohren-haupt. Das Wappen erscheint zuerst 1286 XI. 29. im Siegel des Bischofs Emicho; das Urbarbuch von 1316 zeigt den Mohren-kopf charakteristisch, auch mit der entsprechenden Farbe (Festgabe s. u. S. 150, vgl. S. 176, 350, Taf. 15). Quellen: S. RiezlerGesch. Baierns I 103 f, 276 f; Mich. Hartig Die Ikonographie des h. Korbinian in Wissenschaftl. Festgabe zum 1200 jähr.35 Jubiläum des h. Korbinian hgg. v. J. Schlecht 1924 S. 154 f; Lang Baierns Grafschaften 14 ff; C. Meichelbeck Historia Frising.2 Bde. 1724/29; Eug. Abele Der Dom zu Freising 1919 S. 91; Beitr. z. Gesch., Topogr. u. Statistik d. Erzb. München u. FreisingBd. 1-6 hgg. v. M. v. Deutinger 1850/54, n. F. 1-4 hgg. v. F. A. Specht 1901 ff; M. v. Deutinger Die älteren Matrikeln des Bis-tums F. 3 Bde. 1849/50; Mayer Stat. Beschreibung des Erzb. München-F. 1874 ff; F. Ehrlich Der Mohrenkopf im Wappen desHochstifts F. im IV. Sammelblatt des Hist. Vereins F. 1898 S. 37—45; Cl. Siferlinger Die Siegel der Bischöfe v. F. = Jahrb. d.40 Vereins f. christl. Kunst VI 1926; Siebm. I 5 1. Reihe 45 ff; P. Bretschneider VJS Herold XLV 87; Kretschmer 303, 426, 581. [581
XXIII CHIEMSEE (Chiemse, Chiemensis), aus dem Kloster d.N. als Bistum errichtet 1215/16 (1215IV. 5. Genehmigung des Königs,12161.28. päpstl. Circumskriptionsbulle); erster Bischof war Rüdiger von Radeck, 1233 nach Passau versetzt. Das Bistum unter-stund dem Erzbistum Salzburg; es wurde auf 1.1.1807 provisorisch aufgehoben und am 1. IV. 1818 kanonisch supprimiert. fj; Das B a n-ne r ist gespalten von gelb mit halbem rotem Adler schwarzbewehrt am Spalt und von weiss mit blauem Krummstab. Das Wappen wird
45 später dargestellt als gespalten, vorn ein schwarzer Adler in gelb, hinten ein weisser Krummstab in rot. Quellen: Jahrb. d. dtsch.Gesch.: Otto IV. von Braunschweig 340, Friedrich II.I 390; Der Staat des Erzbistums Salzburg o.J.; Siebm. I 5 98 ff, 162,168. [582
XXIV OLMÜTZ (Ulmünz, Olomucensis) wurde als Bistum für Mähren Ende 1062 bzw. Anfang 1063 errichtet, die Kirche des h.Petrus zu Olmütz als bischöfliche Kirche ausgestattet und dann 1063 der Mönch Johannes aus dem Kloster Brewnow bei Prag zumersten Bischof (y 1086) erhoben. Er ward vom Mainzer Erzbischof ordiniert. Tatsächlich gehörte das Bistum erst zur Erzdiözese
5 o Mainz, erst später zu Prag, nachdem dieses Bistum zum Erzbistum erhoben worden. Olmütz selbst wurde am 5. XI. 1777 Erzbistum.Ii Das Banner ist dreimal mit Spitzen geteilt von weiss und rot. Als Wappen führte das Bistum den Schild geteilt, oben 4 unten2 (bzw. 3) weisse steigende Spitzen in rot. So z. B. Richental 140. Quellen: Jahrb. d. dtsch. Gesch.: HeinrichIV. 13 50 f; B. Dudikin Mitt. des k. k. Museums f. Kunst u. Industrie VIII (1873) 403 ff; Siebm. I 6 1. Reihe 5 5 ff; Kretschmer 433 (mit ält. Lit.). [583
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Tafel I, XX—XXIV