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Vom Adel : Bruchstück eines grösseren historisch-philosophischen Werkes über Ehre und Schande, Ruhm und Nachruhm aller Völker, aller Jahrhunderte
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der Amme saugen; er betrügt das Volk umseine Liebe durch höfliche Freundlichkeitauf der Strafse; um seine Ehrfurcht durchFrömmigkeit in der Kirche; und um seineAchtung durch Geldaustheilen unter die Ar-men an gewissen Tagen des Jahres; er be-rauscht zuweilen die Sinne des Volks durchGastmahle und Schauspiele. Sein ganzesLeben ist das Kämpfen eines Schiffes gegenWind und Wellen, und das Schiff gelangtnie in den Flafeii, wenn es keinen Mediciszum Steuermann hat.

Das Volk ist zuweilen glücklich, weildie Grofsen nicht Zeit haben, an das Volkzu denken: das arme Schaaf entschlüpft,indessen die Wölfe um seinen Besitz käm-pfen. Soll ein solcher Staat glücklich seyn,so mufs der Adel, wie zu Bern, grofse Tu-genden besitzen. Aber grofse Tugendenschmücken nicht alle Jahrhunderte, undleuchten nur kurze Zeit; denn sie sindstark gespannte Federn, welche bald er-schlaffen.