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Vom Adel : Bruchstück eines grösseren historisch-philosophischen Werkes über Ehre und Schande, Ruhm und Nachruhm aller Völker, aller Jahrhunderte
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236
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In Aristocratien ist ein ewiges Haschenund Jagen, Drängen und Treiben. Es wirddem Adel leicht das Volk zu unterdrücken,aber schwer sein eigenes Gleichgewicht zuzerstören. List, Gewalt und Ränke hebenFa mili en über Familien empor. Die Eineherrscht, die Andere sucht zu herrschen.Nur zwey Wünsche beleben die Brust desaristocratischen Edlen: den Mächtigern zustürzen, oder mit ihm zu steigen. Gernthut er das leztere; lieber noch tritt er ihmauf den Nacken, um einst wieder getretenzu werden. Der Staat bleibt seinem Fami-lieninteresse untergeordnet. Er sinnt amTage, er brütet bey Nacht über dem Em-porkommen seines Geschlechts; er verhan-delt seine Töchter aus Politik und knüpftdurch sie grofse Häuser an das Seinige; erbestimmt seinen Söhnen Ämter in der Wie-ge, und seine Vettern sind in alle Departe-ments vertheilt; er hafst nie allein, die gan-ze Familie mufs mit hassen, und die klei-nen Kinder müssen den Hafs aus der Brust