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Vom Adel : Bruchstück eines grösseren historisch-philosophischen Werkes über Ehre und Schande, Ruhm und Nachruhm aller Völker, aller Jahrhunderte
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Erbsünden gehört, mit welchen die Naturuns beschenkte, um bisweilen über uns zulachen; dafs der Stolz an der Wiege desBauern sich brüstet, wie an der Wiege desFürstensohnes. Der Edelmann sieht aufden Bürger herab, der Bürger auf den Hand-werker, der Handwerker auf den Knecht,der Knecht auf den Stalljungen, der Stall-junge auf den Esel welchen er reitet. Adel-stolz ist thöricht, Bauernstolz dumm, Bür-gerstolz hämisch. Stolz auf ererbten Reich-thum ist noch weit lächerlicher als Stolzauf ererbten Adel. Ich wundere mich garnicht, dafs der Mensch sich Täuschungenüberläfst, die ihm schmeicheln; ich würdemich wundern, wenn er es nicht thäte. Erglaubt, und wird ewig glauben, was sein In-teresse heischt. Folgt er zuweilen der Spurder Wahrheit, sucht er Weisheit; so bildeter sich gewifs ein, Wahrheit und Weisheitwerden sein Interesse befördern. Keine Al-bernheit ist so grofs, dafs sie nicht Vertliei-diger fände, wenn Eigennutz und Eigenliebe