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Vom Adel : Bruchstück eines grösseren historisch-philosophischen Werkes über Ehre und Schande, Ruhm und Nachruhm aller Völker, aller Jahrhunderte
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146
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geil Herren von kleinem Verstand nichts alsHochmuth. Für Edelleute, welche die Ehrehaben von Helden abzustammen, und dasUnglück ihnen in allem unähnlich zu seyn,schickt sich eine edle Selbstschätzung ebenso wenig, als der Stolz auf das vornehmein seinen Adern wallende Blut für einenJunker, der kein ganzes Paar Hosen hat.

Je ne puis souffrir qu'un fat dont la mollesseN'a rien pour s'appuyer qu'une vaine noblesse,Se pare insolemment du merite d'autrui, •

Et me vante un lionneur, qui ne vient pas de lui.

So singt Boileau. Und wie manchen Dich-ter, Redner und Weltweisen könnte ich nochplündern, wenn mir daran läge, meine Be-lesenheit anstaunen zu lassen. Doch einenTeutschen mufs ich noch anführen, undzwar einen teutschen Edlen.

Mir hat noch nie die grenzenlose EhrsuchtDen kleinen Stolz auf Ahnen eingeprägt.

So dichtet der Freyherr von Gemmingen.Und welcher brave Edelmann dächte nicht■wie er! wenn er es gleich nicht so schön