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Vom Adel : Bruchstück eines grösseren historisch-philosophischen Werkes über Ehre und Schande, Ruhm und Nachruhm aller Völker, aller Jahrhunderte
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Ehrengericht oder Ehrentafel; es war ge-bräuchlich in Preussen, Schlesien, Lausitz,Böhmen, Ostreich, Wolfenbüttel, u. s. w.und wurde gehalten in Ehrensachen, oderin Fällen, wo man den adelichen Stand ei-ner Person bezweifelte. Der beleidigte Theilmufste das Gericht vom Landesherrn erbit-ten. Zwölf Edelleute aus zwölf verschiede-nen Geschlechtern, deren keines des Be-klagten oder Klägers Wappen führte, alsomit keinem von ihnen verwandt war, safsenzu Gericht, und wählten unter sich einenEhrenmarschall. Schön war der Gedanke,die Waage der Gerechtigkeit der Göttin derEhre in die Hand zu geben. Jene richtetmit verbundenen Augen nach dem Gesetz,diese mit wachsamen Blicken nach dem lei-sen inneren Gefühl. Oft heifst die Gerech-tigkeit gut, was die Ehre verwirft; und die-se reifst oft den Lorbeerzweig von der Stirn,wenn jene die Palme des Friedens reicht.

Man wird mir hier eine kleine Abschwei-fung verzeihen. Catharina die Grofse schuf

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