.
6y
selbst so mächtig geworden waren, dafs jeneumsonst versuchten, diese zu unterjochen;denn auch die Dynasten waren Landesher-ren und zählten Edle unter ihre Vasallen.
Noch heute ist der semperfreye Reichsadelkeinem Fürsten unterworfen; er ist einReichsstand und geniefst alle Rechte einessolchen. Noch heute giebt es Familien un-ter demselben, welche -Städte und Dörfer,mit hohen und niedern Gerichtsbarkeiten,Parochialrechten u. s. w. besitzen. Ich nen-ne z. B. die Nahmen Rieclesel, Ingelheim,Sickingen, Dalberg, Görz, Schulenburg,u. a. m. Arme wehrlose Edelleute nahmenHofdienste. Doch war die Grenzlinie zwi-schen hohem und nieder m Adel noch nichtgezogen; Vermählungen zwischen beydenkeine Mifsbündnisse. Gräfinnen heyrathe-ten gemeine Edelleute, und die Wittwe st.iwLudwigs des Dicken vermählte sich mit ei-nem edlen Montmorency. Fürstenkinderaber, mit Frauen vom gemeinen Adel er- Pütt«,zeugt, waren nicht successionsfähig; ausser
E 2