578 Ge. Newtons Leichcnpreöigt
ihr von dem Zorne Gottes, der neulich über unsvom Himmel ist geoffenbaret worden, auf eineweit schrecklichere Art, als ich es mit Worten be-schreiben kann *)? Ich könnte euch ietzo noch aus-fuhrlicher zeigen, worüber ihr weinen solltet, undworüber nichc; ich konnte euch desfalls allerhanvheilsame Anwu-ungen aus Gottes Wort erthei-len: Allein meine Zeit ist verflossen, und ich mußden Ueberrest derselben auf die Person und Sachewenden, die ich ietzo vornehmlich vor Augen habe.
Mich dünkt, daß sich ietzo die Wolken nachdem Regen wieder zusammenziehen, und es ist dar-an gar kein Zweifel, daß viele unter euch mit ei-nem recht großen Vorrath von Traurigkeit undThränen hieher gekommen sind. Euer Herz istvoll Trauren gemachet, eure Seele ist voll Schmerzund Unruhe, und eure Äugen voll Thränen. Ihrhabt Wasser gezogen, und seyd Willens solchesvor dein. Herrn auszuschütten. Ich will es dahermein Werk sevn lassen, euch zu zeigen, wie ihr die-selben anwenden, und wie ihr mit eurer Traurig-keit haushalten sollet, damit ihr nicht vergeblichweinet. Ich sage daher mit einer kleinen Verän-derung der Worte Jesu zu euch : Weinet nichtüber den, den der Herr von euch weggenommen
hat,
Es wird damit auf das doppelte große Gericht Gottes ge-zielet, welches die Stadt London betroffen, da sie imJahr 1666 das schreckliche Feuer erfahren, und imJahr 166s von einer wütende^! Pestilenz heimgesuchetwurde, die vom May bis in den Oetober anhielt, undallein im Monath September über 2vos» Menschen inVW Todesstaub legte.