auf Joseph Allein. 577
Unrecht angewendet werden. Beweiset alle mög-liche Vorsichtigkeit, daß eure Traurigkeit wedetaus dem unrechten Grunde enistehe, noch auch sichmit einem falschen Gegenstande beschäftige; gleichden Töchiem Jerusalems, die da weineten, wüsie es nicht nöthig harten, dagegen aber da nichtweineten, wo sie auf allen Seilen Ursache dazuhatten. Wie viele Traurigkeit und Thränen vet«schwenden oft die Menschen, wo sie gar keine hin-längliche Ursachen dazu haben! Wie viele ziehensich das tief zu Gemüthe, wenn sie in der Ausü-bung ihrer Lüste gehindert und in ihren Sündengestorec werden, ohngeachtet dieses eine Barmher-zigkeit Gortes an ihren Seelen ist? WasfürFlu-then von Thränen vergießen Manche um geringer Ur-sachen, um nichlswürdiger Ursachen willen.Thränensind allerdings was Kostbares, wenn sie recht ange.wendet werden. Gott samlet sie gleichsam in einenSchlauch,und zahlet sie,als eineKostbarkeit;und den-noch wenden viele dieselben an ein Nichts. Wie wei-nen sie,wie traurig und niedergeschlagen sind sie,wennihnen ein gewisses Vorhaben nicht gelinget, wenneine Unternehmung rückgängig wird, wenn sie einVerlust betrifft, wenn sie von Freunden "und Nach-barn beleidiget werden, ja wenn sie nur ihren Wil-len nicht haben können, ob er gleich nicht allemalder beste ist. Wie, meine Freunde, habt ihknicht was besseres, dem ihr eure Traurigkeit undThränen widmen könnet? Was denket ihr voneuren Sünden und der blutigen Häufung derselben?Was denket ihr vvN der schrecklichen Verwüstungund von den Greueln des Landes? Was meynet
Thätiges Christeuch» Ö g ihr