Ge. Newtons Leichenpredigt
merket worden, daß sie, als ihnen die Abftl'enlich-keit ihrer Sündeii in die Augen gefallen . W.'ssergeschöpfet und vor dem Herrn ausgegossen. Sobald das felsmharte Herz zersä)lagen wird, so giebtes auch Wasser und zerfließt in Thränen. Und esist ein Zeichen eines gar verwüsteten G^müth^ü-siandes, wenn ein Mensch sündigen, aber imer sei-nen Sünden nicht weinen und Leide kragen kann.
2. Wie aber die Zeit der Sünden emc be-queme Zeit der Thränen ist , so ist es nicht w ^i-ger die Zeit der Leiden; und zwar so wohl die Lei-den, die uns selbst, als auch die andern Menschenbetreffen.
Wenn erstlich andere Menschen durch aller-hand Leiden heimgesuchet werden, so soll uns d. svor Gott wehmüthig und voll Thränen machen.Wir sollen nach der Vorschrift Pauii weinen mitden Weinenden. Der heilige Geist har selbst die-ses als etwas merkwürdiges vom Z7lehemi.iL an,geführet. Denn als er von dem betrübten Zustan-de der Stadt Jerusalem Nachricht erhielt, so satz-te er sich nieder, weinete, betete und fastete vorGott zween Tage, Nehem. 1,4. Unter gleich nUmstanden rief' der Prophet Jeremias aus: Odaß mein Haupt voll Wasser, und meine AugenThränenqvellen waren, daß ich Tag und ITlachtdie Erschlagenen der Tochter meines Volksbeweinen möchte. Jer.9,1. Es ist unsere Pflicht,daß wir derer, die in Banden si'nd, gedenken alsmitgebundene, und derer die im Unglück und Elendsind als solche, die es selbst fühlen und empfinden.O! ?es müsse vonZkeinem unter uns gesaget wer-den,