558 Ge- Newtons Leichenpredigt
geweichet werden. Ich bin müde von Seufzen,sagt David, ich schwemme mein Bette die gan-ze Nachr, und neye mit meinen Thränen mein)!.ager, Ps. 5,7. Er weinete sich so ab, daß erward wie eine Haut im Rauch. Ps. 119, 8z.
Ihr sehet also, meine Brüder, daß es we-der unerlaubt noch ungeziemend sey, zu gewissenZeiten die Traurigkeit des Herzens durch Thrä-nen zu offenbaren. Ihr werdet mich aber vielleichtfragen, was sind das für Zeiten? Ich gebe euchhierauf zur Antwort, daß es sonderlich die seitder Sünden und dieFeit der Leiden sey, da manvor Gott in Thränen stehen soll»
1. Erstlich gedenke ich der seit der Sün-den, «!s einer gar bequemen Zeit der Thränen; esmögen nun solches die Sünden anderer Menschen,oder auch unsere eigene Sünden seyn.
Zuforderst sollen die Sünden anderer Men-schen bey uns eine wahre Traurigkeit und Thrä-nen neunfachen. Jesus ward betrübt in seinemGeiste, als er das verstockte Herz des Volks er-blickte, Marc. z, s. David sagte von sich Mei-ne Augen fließen mit XVafier , weil man deinGejey nicht hält. Ps. l 19, rz6. VVenn sie inchrhören wollen, sagt Jeremias, so soll meine See-le heimlich seufzen über ihren Srolz, und mei-ne Augen sollen mit Thränen fließen. Jer.rz,17. Meine Seele und mein Auge soll zu gleicher Zeitweinen. Ihr werdet finden, daß diejenigen, dieGott unter schweren Verhängnissen zu erhab en sichvorgenommen, als solche vorgestellet worden , dieüber die Greuel anderer Menschen geseuszer und
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