an die Unöekchttm. 539
undHurenbause oder von einer Gesellschaft, wo manlüderlich scherzet,und sündliches Vergnügen suche-,zuerklären jey ? Wenn die Kirche eine heilige Kircheseyn ',oll, so müsset ihr auch heilig seyn, daferne ihrein Glied derselben seyn wollt. Wenn sie eine Ge-meine der Heiligen ist, müsset ihr keine Gemeineder unMigen Schweine daraus machen, noch dieHeiligen und ihre Gemeine deswegen in Verach-tung zu bringen suchen, weil sie noch Gebrechen unvSchwachheiten an sich hat, und eurem fleischlichenInteresse und Gutdünken zuwider ist.
Die nchtzehendeFrage: Frage sie: ob emHimmel und eine Hölle zu gewarcen sey? Istdiesem allen Nichts, warum wollen sie denn so ger-ne Christen seyn ? Glauben sie aber Himmel undHölle; so frage sie: „ Würde wohl Gott den ei-gnen in den Himmel nehmen, den andern aber zur„Hölle verstoßen, und diese in eine so große lind ab-scheuliche Ungleichheit versetzen, daferne kein so„großerUnterschied zwischen ihnen zu finden wäre?.,Wenn die Heiligkeit zwischen einem Christen undeinem andern Menschen, der kein Christ ist, keinengroßem Unterscheid machte, als daß jener dann undwann eine Predigt halte, und vorlese, welches ihnschon gnugsam von einem Ungläubigen unterschei-den könne; wo bliebe da die göttliche Gerechtigkeit,wenn sie etliche selig machen, andere aber verdam-men wollte ? Ware unsere Religion so dann wohlbesser, als die Religion des Amonini, Platonis,Senecä, Cieeronis und Plutarchi: oder wäre sienicht noch weit schlimmer? Gehet auf die GassenMondon, und wenn, ihr mit lebendigen und ver«
ständi-