493 Mleins Grundlegung,
Handlung wirklich auf eure eigene Glückselig-keit. Obgleich niemand im Stande ist, noch auchnöthig hat, bey einem jeden gethanen Schritt, aufdaß Ende seiner Reift zu gedenken, so kann er dochbey einer feierlichen Haftung dahin gelan-gen , daß er das rechte Ziel insonderheit und ganzeigentlich vor Augen habe. Obgleich niemand beyeinem jeden Bissen, den er in den Mund stecket,vermögend ist, noch auch nöthig hat, zu denken:Ich will dieses zur Ehre Gottes essen; so kann erdoch alle mal, wenn er an feinem Tische sitzet, sicherinnern, daß er nicht um die Lüste seines Fleisches,sondern die Verherrlichung Gottes zu befördern,esse und trinke. Nehmet ihr zu im Guten, so kön-net ihr daran Nicht bey einer jeden Fortsetzung eu-rer Wohlfarth gedenken. Allein ihr könnet doch,ohne daß ihr eigentlich zum Zweck habet die EhreGottes auf einige Weise zu befördern, dieses wirk-lich verrichten; wenn ihr seinem Willen, in euremAmte und Stande, eben so wohl, als in euren Be-suchen und Arbeiten, gemäß handelt.
Zum fünften : Lasset dieses alle Morgeneure erste und vornehmste Entschließung seyn,daß ihr denselben Tag in dein Hainen Gottesfortseyen wollet. Eure ersten und letzten Ge-danken sind v0n der größten Folge; und daherermähne ich euch, hiermit anzufangen und zu be-schließen. Wenn sich jemand unter euch niederle-ger; so sage er bey sich selbst : Ich will mein Bet»te als eine Ordnung Gottes gebrauchen, damit seinKnecht möge erqvicker, und zu seinem Werk tüchtiggemachet werden. Wenn jemand von euch auf-stehet,