Zweyte Abtheilung. Cap .5« 479
Vergnügen immer mit einigem Mißvergnügen ver-knüpft, wenn ich daran gedachte, daß ich in Abfas-sung meiner Bliese an euch zu weitläustig gewesenbin. Jetzo befinde ich mich nun völlig in Aengsten;Indeß kann ich euch, meine theureste Gemeine,unmöglich unbesuchet laften, sondern ich muß euchnothwendig in ein paar Zeilen begrüßen. Wiestehet es denn nun um euch, meine Brüder? Fah^ret ihr in der Hauptsache noch wohl fort? Sindeure Seelen auch in einem seligen Zustande? Dasist meine Sorge. „Hütet euch daß ihr die Flügel„nicht sinken lasset, und! jetzt in den bösen Tagen„nicht matt werdet, oder gar ablasset. Ich will„so viel sagen: da die Gefahren, worin ihr stehet,„größer zu werden anfangen; so muß euer Glau-„be, euer Muth, und eure Entschließungen, gleich-„falls wachsen und zunehmen, ja euch in den Stand„setzen, alles was euch widriges begegnen kann,„weit zu überwinden.
Ich höre, daß einige eurer Feinde, sich großeHofnung machen,wie sie ihrMüthlein an euch kühlen,und mit euch ihren Muthwillen treiben wollen. Las-set es seyn. Werfet aber deswegen den Muthnicht weg, meine theuresten Brüder, sondern preisetden Namen des Herrn, der nach dem Reichthumseiner überschwenglichen Barmherzigkeit, euch, soweit.über alles euerVermuthen,und so nachdrücklichbewahret hat. Lasset es euch nicht fremde vor-kommen, wenn euch der Herr ietzt zur Erduldungeiniger Beschwerlichkeiten beruft. Verlasset des-wegen eure Versammlungen nicht, wie etliche un-ter euch, leyder, die Gewohnheit haben. Ich sehe