Zweyte Abtheilung. Cap. 5. 46z
lich übertreten wollen'; sondern ich wünsche, daß ihreure weltlichen Hofnungen gänzlich wegwerfen,euch auf irdische Glückseligkeit keine Rechnung ma-chen, sondern zu frieden seyn möget, daß ihr aufjenseit eures Grabes, ich will sagen, nach einerfrölichen Auferstehung, bessere Umstände zugewar-ten habt. Ist es nicht genug, daß ihr noch eineganze Ewigkeit voller glückseligen Schicksale hof-fen dürfet? Giebt euch Gott die Güter und Be-quemlichkeit dieses Lebens noch als eine Zugabe zu,so verlange ich nicht, daß ihr dieseseineGabenwie-der zurück geben, oder die Güter des Herrn ver-achten sollet; sondern ich verlange nur, meine Brü-der, ihr sollet die Güter dieser Welt also gebrau-chen, daß ihr derselben nicht mißbrauchet. Ihrsollet der Welt, und die Welt soll euch gekreuzigetwerden, ihr sollet jedermann klärlich vor die Äu-gen legen, daß ihr ein anderes, ein besseres Land su-chet, welches der Himmel ist. O, meine theure-sten Brüder, ich bitte euch als die Fremdlinge undPilgrim, suchet dasselbe zu erhalten, ich bitte euch,enthaltet euch von den fleischlichen Lüsten, welchewider eure Seelen streiten; denn was haben wirmit den Moden, mit dem Wandel, und mit denGewohnheiten dieser Welt für ^Gemeinschaft, da"wir in derselben Fremdlinge sind. Seyd mit denSchicksalen der Wanderer zu frieden. Wissetihr nicht, daß ihr in einem fremden Lande seytz?Es stehet alles gut, so lange es gut zu Hause ste-het. Ich bitte euch, meine Brüder, betrachtettäglich llnd häufig, welches euer Beruf sey, und inwelchen Umstanden ihr stehet: Erinnert ihr euch