Zwe yte Abtheilung. Cap. 5. 445
die besten angesehen werden, und daß sie die Reich,thümer und Vorzüge, die Pracht und die glanzen-de Eitelkeit dieser Welt genießen. Ihr habt ge-wiß keine Ursache ihnen den Genuß dieser Dingezu mißgönnen; denn in ihrer rechten Hand istnichts als blendender Schein: wie bald werden siesich in ihrer Hofnung betrogen finden ;wie bald wirddas prächtige Geräusche ein Ende haben, und siein einer ewigen Finsterniß zurück lassen; sie wer-den zwar zu dem Geschlecht ihrer Vater versamm-let werden, nimmermehr aber werden sie das Lichtsehen; sie werden gleichwie die Schaafe, in ihreGräber geleget werden, die Redlichgesinneten wer-den an jenem frohen Morgen der Auferstehung übersie herrschen.
Was aber euch, meine Brüder, betrift, sobin ich ganz eifersüchtig über euch, daßkeinervoneuch der Herrlichkeit Gottes verlustig gehen möch,te. Ich weiß mir recht viel damit, daß ihr alle Er-ben eines unendlichen Lebens, der lebendigen Hof-nung der Heiligen/ und eines unvergänglichen un-befleckten und unverwelklichen Erbtheils seyn solltt.
O meine Brüder, warum solltet ihr nicht al-le einer ewigen Glückseligkeit theilhaftig werden?Ich bin eifersüchtig über euch mit einer göttlichenEifersucht, daß nicht etwa jemanden von euch ei-ne Verheißung einzukommen, zu feiner Ruhe übrigbleiben, und er also derselben verlustig gehen möchte.Sorget demnach flejßig dafür,daß niemand derGna.de Gottes beraubet bleibe. Wie nahe gehet esmir nicht, wenn ich sehe, daß diese Ruhe versäu-met wird. Wie sehr würde es mich betrüben,
wenn