Zweyte Abtheilung. Cap. 4. 459
und herrlicher Freude. Traget ihr aber wegeneures Unglaubens über die Verheißung Bedenken?Sprechet ihr etwa: Ach diese Verheißungen sindallzu groß! Ey, wie kann das >eyn? Was? istdie Verheißung zu groß, daß sie Gott nicht haltenkann ? Du wirst dich nicht unterstehen dürfen, auchhieran nur zu gedenken. Allein du sprichst: die Ver-heißung ist zu groß und wichtig für mich, und ichkann mir ohnmöglich darauf Rechnung machen.Mein Mensch, trägst du nicht die Kennzeichen andir? Wes ist das Bild und diese Überschrift?Schätzet euer Herz Christum nicht höher als dieganze Welt ? Hast du ihn nicht wohldcdachtig zudeinem Oberhaupt und Bräutigam erwählet? Hastdu nicht eine solenne Ehestiftung mit ihm getroffen,daß du zu aller Zeit und in ledern Stande sein ver-bleiben, daß du ihn vor allen andern bis indenTodlieben, verehren und folgen willst? Beharret deinHerz nicht auf dieser Wahl? Hast du nicht zu-gleich mit ihm sein Joch und Kreuz auf dick) ge-nommen? Trachtest du nicht vornehmlich in derAusübung deines Christenthums nach dem ReicheGottes und nach seiner Gerechtigkeit? Hast du dirnicht den Weg zu seinem Reiche erwählet? Liebstdu nicht die Heiligkeit? Verlangst du nicht mehrnach Gnade, als nach Gold? Ziehest du nicht einheilig und geistlich Leben allem Ansehen der Weltund aller Wollust des Fleisches weit vor, und zwardieses alles nicht auf eine kurze Zeit, sondern mitfest gesetzter Entschließung und Neigung des Her-zens? In Wahrheit du mußt Gott und dir selbstunrecht thun, wenn du läugnest, daß es also mitEe4 dir