418 Alleins Grundlegung/
das Gewissen gleichsam zu denenselben ziehen, öde«die da durch die Gesellschaft und aus Gewohnheitsich zu denselben ziehen lassen, und dergleichen, derenZustand ist besorglich; maßen einem solchen Men-schen die Pflichten ganz zuwider sind.
§. 2Z9.
4. Wenn diese Trägheit kn den Pflichtentmd der Unlust zu denenselben einen so schmerzlichals ein Schmerz im Äuge, oder als die Pest im Her-zen ist, da stehets wohl; wenn man aber diesclb gebilliget, wenn man sich derselben wenig oder garnicht widersetzen will, da ist es ein schlimmes Zei-chen. Dieses zeiget an, daß ein solcher Menschganz fleischlich, und daß kein widriges Principium,nämlich Geist, in ihm zu finden wäre, würde er sichzum wenigsten dem Fleisch widersetzen. Dieseswar der Zustand jener ungeheiligten Sünder, dieden Sabbath und Gottesdienst für eine nichts die-nende Last, für eine rechte Bürde und Sklavereyhielten, die nicht zu ertragen wäre, Mal. 1, iz.Wenn sich dagegen ein begnadigtes Herz in solchemZustande befindet, wird es sich selbst zur Last, wennihm der Gottesdienst eine Last scheinet, denn so lan-ge ihm dieses beschwerlich fället, so lange ist er sichselbst eine Last. Er kann kein Vergnügen an sichselbst haben, so lange er in solchem Zustande lebet,darinne er keine Lust an Gott haben kann. Und sodie Sache also beschaffen ist, so ist unser Zustandgut, ob schon die Beschaffenheit des Gemüths nichtvon der besten ist.
§.240.'